Bei Lesungen werde ich das Gefühl nicht los, dass ich nur
ein kleiner Exhibitionist bin.
Ich öffne mich, mach mich sozusagen nackt, präsentiere meine Gedanken und Gefühle.
Ich öffne mich, mach mich sozusagen nackt, präsentiere meine Gedanken und Gefühle.
Und geile mich daran auf, wenn es gefällt.
Früher soll ich mal ne ziemliche Rampensau gewesen sein. Ist
was dran. Als Sänger und Gitarrist war ich Mittelmaß, aber ich brachte den Kram
glaubwürdig und mit viel Feeling rüber.
Jetzt bin ich ein sabbernder, schwer zu verstehender kleiner
Mann, der seinen Kram liest.
Und hofft, n paar Cent und Anerkennung zu verdienen.
Und sich jedes Mal tierisch auf die Party nach der Lesung
und die Möglichkeit, neue Freunde zu finden freut.
Ich genieße einfach das Lampenfieber vor der Präsentation in
der Öffentlichkeit, liebe das Feeling, wenn das dann läuft und ne Beziehung zu
den Zuhörern und mir entsteht und ich möchte da auch nicht drauf verzichten.
Auch wenn ich draufzahle. Und nach Lesungen meistens ne Woche krank und platt
bin.
Es ist ähnlich, wie früher mit der Band.
Nur: Ich bin noch nackter als früher.
Aber ich spüre, dass ich lebe. Und vielleicht sogar was zu
sagen habe.
Und manchmal bin ich dann stolz auf mich. Sowas brauche ich…
Eigentlich möchte ich meinen Kram in den Fingern von Lesern
wissen. Auf Papier, zwischen Buchdeckeln. Und meinen Blog auf dem Bildschirm.
Die Lesungen sind zusätzliche Bonbons.
Mit meiner kaputten Mundhöhle kann ich keine Bonbons mehr
lutschen.
Ich mache es trotzdem.
Meine ZuhörerInnen müssen mit mir leiden. Und sich
konzentrieren.
Wenn die Chemie stimmt, dann kann das trotzdem oder vielleicht
einfach deshalb klasse werden.
Anyway.
Ich freue mich auf euch!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen