Montag, 18. September 2017

Aktuelle Notes from Ottenstein:



Ich bin ja sowas von draußen.
(Und eigentlich darf ich: Ich bin Rentner, Hausmann und Schreiber …)
Ich meine, was Fernsehserien betrifft.
„Lindenstraße“?
Vor fünfundzwanzig Jahren wusste ich Bescheid. Hans und Helga Beimer sind immer noch dabei, die anderen Protagonisten kenne ich nicht…
„Marienhof“?
Ach, den gibt es gar nicht mehr.
„Rote Rosen“ und „Sturm der Liebe“?
Als ich noch gearbeitet habe guckten das viele meiner PatientInnen. Und ich war drin. Das ist über zehn Jahre her. Später schaltete ich um 14.00 – 16.00 Uhr den Fernseher ein und machte dabei meinen Mittagsschlaf.
Klappte letztes Jahr auch noch hervorragend als Frühstücksbegleitung.
Jetzt bin da auch völlig raus.

Irgendwie habe ich immer andere Sachen zu tun. Und vermisse auch nix.

„Dexter“?
Die ersten zwei Staffeln fand ich toll.
„Californication“?
s.o.
„How I met your mother“?
Durchgenudelt.
„The Big Bang Theorie“?
Geht natürlich immer.
„Games of Thrones“?
Keine Ahnung. Nie gesehen.

Fernsehserien sind für mich unwichtig und belanglos. Waren sie eigentlich schon immer. Aber trotzdem habe ich manche Sachen gerne geguckt.
Zum Beispiel „Die Märchenbraut“.
Oder die Sachen der Augsburger Puppenkiste.

Na ja. Serien werden mich wohl nicht mehr fesseln. Genau, wie der Fernseher. Den brauche ich persönlich nur noch für Fußball.

Und ich glaube, dass auf Dauer TV sterben wird.



Musik wird natürlich nie sterben. Und Woche für Woche kommen Neuerscheinungen, von denen ich mit Sicherheit viele Sachen verpassen werde, aber als Junkie doch sehr viel mitnehme. Meine Ausbeute des Herbstanfangs:



Niete: Arcade Fire.
Noch unschlüssig: Foo Fighters, Rage oft he Prophets
Hauptgewinne: The National, The Dream Syndicate, HotWaterMusic, QotSa, Gisbert zu Knyphausen, Lee Ranaldo, Casper.

Und massig Vorfreude auf Robert Plant, Courtney Barnett und (eher skeptisch) Marilyn Manson.



Literatur wird auch nie sterben.
In gedruckter Form. Als Buch.
Da bin ich sicher.
Komme bloß momentan nicht zum Lesen.
Also müssen Christoph Kleinhubbert und Mone Hartmann noch warten, ob ich sie öffentlich erwähne, oder eher unter den Tisch fallen lasse (ich erwähne ja nur, was ich mag…). Ich denke, ich werde beide empfehlen. Genau, wie Hardy Krügers neuen Krimi. Genau, wie die letzten fünf Bände der „Verstreuten Gedichte“ des Gonzo-Verlages, die mir noch fehlen, die ich aber erst nächsten Monat bestellen kann, weil auch einem Lyrik-Junkie mal die Kohle fehlt…



Ansonsten wird ab morgen verkehrt rum containert:
Wir haben jetzt so ein Teil stehen, zum Start für Holzmüll. 15 Kubikmeter wollen und werden da gefüllt werden. Und das nicht nur einmal.
Morgen haben Claudia und ich uns Hilfe geholt, den Rest müssen und wollen wir, wie eigentlich fast alles, alleine machen.
Ottenstein hat ein neues Kraftsport-Center. Und ich darf dann wahrscheinlich endlich wieder „Aua!“ schreien und jammern…



Und ich verrate schonmal meinen Leitspruch für Oktober:
„Die Palms! Wir lieben die Palms!“
Und überhaupt…

Dienstag, 12. September 2017

Ein geklautes Gedicht






Die Regenhunde klatschen in die Hände

während Suzanne & Marianne

zu den Regenbogen sprechen

Ein alter Mann guckt sich mein Leben an

„Alles fördert Krebs“ nuschelt er

in den ersten verschütteten Drink des Abends

& ich?

Ich lasse mich von der Liebe regieren

& warte dabei nur auf einen Freund



Manchmal schneit es im April

aber ihr solltet mich erst wecken

wenn der September zu Ende geht

„Gib nicht auf!“ solltet ihr singen

& ich werde antworten

„Das ist verdammt politisch.

Alles ist politisch!“



Ich warte auf den Mann

dabei ist es schon zu spät

für den Morgennebel

Also schlafe ich in der Mittagssonne

& wir reden danach über eine Revolution

denn da ist zu viel Blut

aber was kann ein armer Junge schon tun?



Zum Beispiele seine Idole töten

oder laut zu fordern

den DJ zu hängen?

Ich träume lieber vom Meer

& suche meine wahre Familie



Ich habe keine Ahnung

was Robert Zimmermann zu diesem Gedicht sagen würde

Hätte er es geschrieben

würde es als Meisterwerk gefeiert




(Anmerkung: Versucht mal ne Song-Compilation daraus zu erstellen. Hörenswert!)

Sonntag, 10. September 2017

Irma



Seit einer Woche höre, sehe und lese ich in den Nachrichten von Irma
ein Sturm
der Haiti und Kuba ziemlich plattgemacht hat (uninteressant)
und jetzt Florida erreicht (zwar abgeschwächt, aber unangemessen interessant)

Ach Irma!
Vielleicht war einer deiner Erzeuger der Klimawandel
vielleicht bist du aber auch nur n normaler Hurricane,
halt bloß etwas übergewichtig
Trotzdem gehst du mir am Arsch vorbei

Und ich wundere mich
warum in dtschen Medien die wichtigen Themen
gerade vor einer Bundestagswahl in den Hintergrund geraten

Weißt du, Irma
hier in Dland wird die Freiheit beerdigt
und der Neoliberalismus
und die hässliche Fratze der Fremdenangst gerade zur Staatsform erklärt
Grüne, SPD, CDU, FDP, CSU machen da mit
selbst die angebliche „Linke“ lässt sich anstecken vom Populismus
und Rechtsradikale werden ins Parlament einziehen

Niemand sagt:
Sorry, wir haben ganz andere Probleme
und das sind unsere Lösungen
Alle machen da mit

So sieht es momentan aus
und das ist scheiße
und eigentlich geht es nur noch um Merkel mit wem
und ich könnte kotzen
aber das ist nicht konstruktiv

Hier in Dland vor ner Wahl
und mit Putin, Trump, Erdogan, Kim Jong-Un
und all den anderen weltweiten Despoten und Idioten
Ach Irma, wie kann ich dich ernst nehmen?

Irma,
du bist nur ein Sturm
und als solcher wirst du vergehen
Auch wenn du für Schäden sorgst

Ich kenne momentan wesentlich wichtigere Katastrophen
und Probleme
und wundere mich
dass die Presse so auf dich abfährt
dass all die Sauereien, wenn überhaupt in kleinen Notizen erwähnt werden

Ich hab zum Beispiel gerade jetzt Verdauungsprobleme
und noch ganz andere Sorgen
Mit denen du nicht mithalten kannst

Irma - du bist mir egal!