Montag, 11. August 2014

Mal wieder Zeit, dass ich mich vorstelle:



That’s me in the corner

1



Angezählt

aber noch lange nicht ausgeknocked

bin und bleibe ich

1


Das ewige Kind im Mann

der Hofnarr ohne Hof

der Bänkelsänger ohne Stimme

& der niedliche Spinner

3


Auf Bühnen brauche ich mir nicht die Stirn blutig ritzen

oder einen Selbstmord inszenieren

Ich wirke schon so grausam genug

3


Der Schreiber

der auf Papier schreit

Der Sänger

der nur noch im Stillen singt

Der Tänzer

mit ungelenken Bewegungen und

Schmerzen in jedem Gelenk

Der liebende Ehemann

der geliebt wird und

damit der glücklichste Mensch unter der Sonne ist

Der Freund

dem die besten Freunde geschenkt wurden



3
Manchmal wäre ich gerne

Rock’n’Roll Nigger

immerhin bin ich Freak und

langhaariger Glatzkopf

Hippie-Punk und

Pseudo-Rebell mit Anarchiezeichen im Schädel und

fünfzigjähriger Teenager und

knallharter Vorstopper

(die es im modernen Fußball bekanntlich nicht mehr gibt)


1

In meiner Schreibe bin ich

Egomane und Exhibitionist

und dieser Text ist Beweis dafür

Ich bin der Pilcher des Underground

Romantiker der Gosse und Pissrinne

aber das nur metaphorisch

Ich wäre gerne das Kind von Bukowski und Kästner

aber das ist nun wirklich nicht drin


1

Ich bin der Herr der Tränensäcke und

das Model unter den Gesichtskrüppeln und

rauchender und biertrinkender Krebsschädel und

Seiltänzer am Abgrund und

sabbernder Schöngeist und


2

Ich bin eben ich

mit meiner Geschichte

voller Niederlagen und Siegen

und kann und will gar nicht anders

Ich bin ein Mann und froh darüber

Ich bin Hermann


2

Freut mich

Euch kennenzulernen


Photos: 1 by Olli Haas, 2 by Ina Caspari, 3 Privatarchiv





Sonntag, 10. August 2014

Gaslight Anthem, Tom Petty, FKA Twigs, John Steinbeck, ...:



Leichter Regen.
Aber die Luft und der Horizont kündigen ein dickes Gewitter an.
Ich bin dauermüde. Oder in einer Depri-Phase. Oft ist das gleich.
Keine Ahnung und kein Plan – also nix Neues.



„Get Hurt“ von Gaslight Anthem ist vielleicht objektiv betrachtet gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte.
Ich werde damit trotzdem nie warm werden.
2007 war diese Band meine große Hoffnung. Und „The `59 Sound“ ist groß. „American Slang“ war noch okay, aber danach langweilten Gaslight Anthem nur noch mit immer gleichen Sounds und Songs.
Und verarschten die Käufer mit unnötigen und lieblosen Compilations.
Brian Fallon, der Sänger, der schon mit Bruce Springsteen verglichen wurde, entpuppte sich als Kreationist. Ultrakonservative Christen, die (z.B.) die Evolutionstheorie verteufeln sind nun mal nicht mein Ding.
 Und im Vorfeld hörte ich schon wenig Gutes von der neuen Gaslight Anthem-Scheibe.
Und jetzt konnte ich sie hören.
Okay. Sauber produziert, sehr sauber. Anleihen an Springsteen (klar), Pearl Jam, alte Gaslight Sachen. Teilweise gar nicht allzu schlecht.
Aber all das für mich zu mutlos und zu eindeutig auf Stadion-Rock-Kompatibilität zusammengemurkst.
Ich kotze nicht, aber ich langweile mich.
Daumen bleibt unten.
Und Gaslight Anthem haben mich wieder enttäuscht und ich werde sie demnächst einfach ignorieren.

Stattdessen Tom Petty and The Heartbreakers.
Hypnotic Eye ist ein Meisterwerk. Super Gitarren, ein etwas schmutzig klingender Petty (Oh Ja! Das gefällt mir!) und gerader, ehrlicher Rock!
Ich war nie Tom Petty-Fan. Mir war er immer zu glatt.
Mit diesem neuen Album könnte sich das ändern.

FKA Twigs soll ja das neue große Independent Ding sein.
Meins ist es nicht.
Die Frau mag sexy sein, die Stimme ist interessant, aber Trip-Hop oder was auch immer ist einfach nicht mein Ding. Erreicht mich nicht.
Und Vergleiche mit Massive Attack halte ich für Schwachsinn…


Ach Amerika!
Während des Frühstücks blieb meine Frau in der Glotze bei einem Bericht über die Route 66 hängen.
Und ich erinnerte mich an meinen Jugendtraum:
Einmal diese legendäre Straße durchfahren. 4000 Kilometer Amerika.
Ich gestehe, irgendwie fasziniert mich dieses Land und seine kulturlose Kultur. 250 Jahre Geschichte ist ein Fliegenschiss. Und dieses Schwarz-Weiß-Denken der Amis (ist das so?) hat auch etwas Befreiendes.
Ich mag die amerikanische Musik und die amerikanische Literatur.
Ich liebe zum Beispiel John Steinbeck.
Und wollte mir nach dem Bericht wieder „Früchte des Zorn“ reinziehen.
Und habe das Buch nicht gefunden.
Scheiße.
Seit dem letzten Umzug nehme ich mir vor, meine Bücher zu sortieren. Aber ich befürchte, dieses Buch habe ich irgendwann an irgendwen verliehen und nicht wieder bekommen. So geht es mir bei vielen Büchern und einigen CDs.
Leute!
Lasst die Sachen vor meinem bevorstehenden Umzug wieder zu mir kommen!
Vielleicht sortiere ich ja dann mal endlich ordentlich.
Und bekomme wieder einen Überblick.

Stattdessen habe ich dann angefangen, wieder einmal „Jenseits von Eden“ zu lesen.
Und bin immer noch und immer wieder hin und weg.


Der Himmel hat sich aufgeklart.
War nix mit dem dicken Gewitter.
Eigentlich schade…

Mir tut alles weh. Manchmal ist das so.
Karamalz statt Veltins oder Stauder.
Vorfreude und Befürchtungen wegen dem nahenden Umzug.
Leben.

Hey!
Ich habe noch gar nicht erwähnt, dass der VfL Bochum momentan Tabellenführer der 2. Liga ist!
Okay: Hat am zweiten Spieltag auch nicht wirklich was zu sagen…


Gute Nacht!

(Photo by Olli Haas / citizen X photography)

Freitag, 8. August 2014

Haldern und so...



Haldern.

Und ich traurig vor dem Live-Stream am Compi.
Ich wäre jetzt gerne dort.
„East Cameron Folkcore“ begeistern mich, habe ich vorher noch nie gehört. Auch die Esten von „Ewert and the two dragons“ gefallen mir. Das ist ja der Reiz des Haldener Festivals: Relativ unbekannte Bands und Highlights teilen sich die Bühnen. Und das bei einem für Festivals sehr gesittetem Publikum.
Inklusive eines wunderschönen Sees, in dem man bei passendem Wetter baden kann.
Das Haldern-Festival ist einfach wunderschön.
Und ich sitze nur vor m Compi…

Dieses Jahr wären meine Highlights Stephan Eicher (gucke ich mir gleich im Stream an), Conor Oberst und Patti Smith (habe ich beide schon grandios in Haldern (und auch auf Einzelkonzerten) gesehen).

Naja.
HerMANn kann nicht alles haben…

(By the way: Ich mag keine Festivals. Zu kurze Konzerte, zu viele Menschen, zu negativ prollig, zu viel Scheiß. Aber Haldern und Glitterhouse – da zieht es mich jedes Jahr hin. Auch wenn ich es mittlerweile selten schaffe…)


Claudia und ich mussten Leila wieder abgeben. Kamen nicht mehr klar. Es wurde gefährlich. Sind fürchterlich traurig.

Mehr will ich dazu nicht schreiben.


Und der September wird Leonard Cohen-Monat:
Der beste Mann der Welt wird 80 Jahre alt (okay, meine Mutter auch…) und im MaroVerlag erscheint zu seiner Würdigung ein Buch, dass ich Euch dann empfehlen werde.


Ach ja: Das neue Beatsteaks Album.
Macht Spaß.
Nicht mehr, aber verdammt noch mal auch nicht weniger.
Live sind die eh ein Brett, jetzt haben sie es auch bei einer Studioproduktion geschafft, mich zum Grinsen und Mitgehen zu bewegen.


Angst vor dem neuen Gaslight Anthem Album…


Zu viele Kommentare und Meinungen zur momentan explodierenden Weltpolitik.
Alles Scheiße.
Und im Krieg hat keine Nation/Religion/Fraktion das Recht zu morden.
Meine Meinung.
Ich bin auf dem Weg mich wieder zu einem Pazifisten zu entwickeln. War ich zwischenzeitlich nicht und habe mit revolutionären Bewegungen durchaus sympathisiert
(Die mich fast alle enttäuscht haben.).
Nein. Ich werde mich nicht positionieren.
Nicht in der Ukraine, nicht im Gaza-Streifen, nicht in Syrien.
Ich bin gegen Alle.
Punkt.



Haldern tut weh. Weil ich nicht da bin.
Sam Smith: Ich hätte mir am Zelt einen Kaffee gekocht.
My Brightest Diamond: Nicht meins.

Und generell hätte ich mich tierisch über die Schirmträger geärgert:
Geht gar nicht!
Regen bei einem Festival ist Kacke. Aber dann entweder ertragen oder Regenjacken, aber auf keinen Fall einen asozialen Schirm, der alle anderen in Sicht und Bewegungsfreiheit behindert (aber ich bin auch der Meinung, dass alle Menschen über 1,70m Körpergröße in die hinteren Reihen gehören…).



Soundcheck für den Stephan Eicher Auftritt.
Ich bin wahnsinnig gespannt…

Kurzer Themenbreak:
Meine Frau versteht und mag nicht alle meine Texte.
Musikalisch liegen wir oft auseinander.
Und meine Liebe zum Fußball und vor allem zum VfL Bochum kann sie gar nicht nachvollziehen.
Ich teile ihre Vorlieben und Interessen auch nur bedingt.
Fuck it: Das ist scheißegal!
Wenn wir uns umarmen, dann geben wir uns Wärme.
Wir haben uns.
Sie für sich und ich für mich.
Und wir können nicht ohne einander.
Und da sind wir uns einig.

Stephan Eicher:
Er ist älter geworden. Klar: Wer nicht. Und beginnt mit „Hope“.
Kennengelernt habe ich ihn als Sänger von „Grauzone“. Der Eisbär. Und dann seine Solosachen. Chansons, oder so.
Ich liebte ihn eigentlich immer. Und er packt mich auch jetzt.
Stephan singt englisch, französisch, schwyzerdütsch, deutsch.
Ich verstehe ihn in jeder Sprache und tauche in Poesie ein. Er bringt Auszüge vom Eisbären, das ist witzig, aber eigentlich unnötig, da die anderen Sachen einfach wunderschön sind.
Die Musiker sitzen im intimen Kreis. Unplugged-Feeling. Schön.
Dann wechseln sie zur großen Bühne, nehmen E-Gitarren, Schlagzeug und Klavier (Stephan) ins Programm auf. Und es bleibt beeindruckend, steigert sich sogar.

Ich wünschte, ich wäre da.
Meine Füße wären nass, trotz Doc Martens. Meine Klamotten hätten mittlerweile die Feuchtigkeit aufgesogen. Ich würde in der Regenjacke schwitzen. Wahrscheinlich würde ich zittern. Und wäre am Ende.
Und wäre sauer auf die Schirmträger.
Aber ich hätte Gänsehäute vom Konzert.
Die bekomme ich sogar hier am Compi.

Polonäse durchs Publikum und Schluss.
Meine Lieblingssongs spielte er nicht, hauptsächlich sang er die französischen Sachen und da kann ich nicht vollständig mit. Egal. Es stimmte.
Und ich war wenigstens am Compi dabei.


Kann ich morgen bei Patti Smith nicht.
Da gibt es keinen Live-Stream.
Aber ich glaube, sie könnte Stephan Eicher eh nicht topppen…


Und somit wird es auch Zeit, ins Bett zu fallen.
Zu meiner Frau.
Und das ist schön…



Mehr will ich da nicht öffentlich schreiben






Manchmal schaffe ich es
zu schweigen
über Sachen
wo mir die richtigen Worte fehlen
Manchmal nicht

Ich habe meine Frau
& wir stützen uns
& haben schon massig Scheiße
gemeinsam überstanden
Das ist mein Trumpf

Ich wirke und mache in der Bude wie doof
& sie färbt sich die Haare
Zwischendurch nehmen wir uns in den Arm
Autotherapien
zwischen Himmel und Hölle
Zum Beispiel so

Manchmal lässt sich das Leben
oder Teile davon
nicht vernünftig in Worte packen
Vielleicht Gespräche – aber keine Texte
Momentan akzeptiere ich das

Liebe, Musik, Ablenkungen
Wir kriegen es hin
Irgendwann

„These words I wrote keep me from total madness“
sagte Charles
Und dem schließe ich mich hiermit an

Mehr Wörter habe ich da auch jetzt nicht…