Sonntag, 17. August 2014

NOTES OF A STUPID HIPPIE






genau 45 Jahre ist das jetzt her:
Woodstock &
Ich war nicht dort
(schließlich war ich erst 5 Jahre alt
 & lebte und lebe in Dland, ist n bisschen weit weg)
genau wie mehrere der Millionen Menschen
die behaupten
dagewesen zu sein

Aber Bedeutung hat das Ding auch für mich
ein Mythos, ein geschichtliches Ereignis
& Musik
Richie Havens mit Freedom,
Country Joe Mc Donald und I feel like I’m fixin to die
The Who, Joe Cocker, Ten Years After, Jefferson Airplane, …
& natürlich Jimi Hendrix
- !!!

Ich muss so um die 14 gewesen sein
als mich die Film-Doku über Woodstock umhaute
Wahrscheinlich ist das auch der Grund
dass ich immer noch was von einem dämlichen Hippie in mir habe
auch wenn zum Glück noch andere Sachen prägten
so dass der Hippie nicht die totale Überhand gewann
Egal – Woodstock knallte
& blieb

Genau wie Easy Rider,
Hair &
Rocky Horror &
Rust never sleeps &
die Rockpalast-Nächte &
später zum Glück auch Sachen wie „Stop making sense“

Okay
Gestern kam dann ein Paket von einem Freund
mit dem Dreier-Album und zwei Platten von Cockney Rebel
& da fühlte mich wieder jung
&
passenderweise siegte dann auch noch der VfL Bochum
gegen Stuttgart
& das sah nach Fußball aus & das hatte ich jahrelang nicht mehr
in Bochum
& ACH!

Na ja
Heute regnet es &
der Sommer macht Pause
& ich tippe Kram & höre Woodstock

Soundtechnisch und musikalisch
hat sich die Welt weiterbewegt
Ich gestehe:
musikalisch ist die Platte ziemlicher Scheiß
aber
darum geht es nicht
(Auch der Fußball hat sich ja weiterbewegt
 und meine geliebte Position des Vorstoppers
 kennen viele gar nicht mehr…)

Meine Knochen schmerzen
als ob ich gestern selber Fußball gespielt hätte
& das kann ich schon seit Jahren nicht mehr
& ich werde heute wohl kaum noch aussem Quark kommen
aber das ist mir egal
& darüber wollte ich auch nix tippen

Ich verrenne mich
mal wieder
nach Woodstock & Cockney Rebel
steige ich um auf Mirel Wagner
& die passt zum Wetter & meiner Stimmung &

ich beende
mit peacigen FlowerPower- Grüßen

Donnerstag, 14. August 2014

Über aktuelle (August 2014) Musik komme ich dann doch zu einer menschenfreundlichen und eigentlich positiven Gesamtansicht und traue mich sogar, dies zu posten




Morgen erscheint die neue Mirel Wagner &
ich bin gespannt und neugierig und scharf drauf &
die Foo Fighters und New Model Army
bringen im Herbst neue Sachen &
vielleicht auch U2 &
die neue Robert Plant erscheint am 5. September:
Lullaby and...the Ceaseless Roar
und die wird bestimmt genial &
dann kommt auch noch ne neue Kravitz &
mit Sicherheit noch viel mehr

Musik ist noch lange nicht am Ende
im Gegensatz zu meinem Geldbeutel

Aber
darum geht es hier nicht
Es geht um Musik
und Künstler
die mich täglich wiederbeleben
& das ist einfach geil
& da bin ich eben ein Junkie
Auch wenn das kaum ein Mensch versteht…

Zum Beispiel höre ich gerade Moddi &
den habe ich schon zu lange nicht mehr gehört &
schwebe &
Ich kann das nicht erklären
aber es packt mich einfach &
ist wunderschön &
dann lebe ich &
ICH BRAUCHE DAS EINFACH

Bei Literatur
ist es ähnlich
aber da bin ich zurückhaltender
& skeptischer
& will nicht alles haben
weil es mich überfordern würde
& auch wieder ein Umzug ansteht
& ich für Bücher einfach länger brauche
Deshalb habe ich mich auf den Underground
& meine Freunde & Freundinnen & Lieblingsautoren beschränkt

& werde mit Sicherheit viele Perlen übersehen

Meine Freunde und Freundinnen:
Es gibt so viele tolle Menschen
(und eigentlich bin ich Misanthrop!)
& ich habe keine Ahnung
wie ich sie noch neben der Musik und der Literatur würdigen &
ihnen gerecht werden kann
Aber ich weiß zum Glück
dass es ihnen nicht darum geht

Und so kann es klappen

Es gibt sie noch
richtige Männer und richtige Frauen
die deshalb richtig sind
weil sie sich als Mensch zeigen
Und es scheißegal ist
wen sie lieben oder welches Gen vorherrscht:
Sie lieben
und sie stehen zu sich selber
und sind großartig

Es gibt noch wunderbare Frauen
in die ich mich verlieben könnte
& die einfach Stil haben
& Herz & Wärme & Wow!
Ich muss es wissen:
Ich bin mit einer davon verheiratet

Es gibt noch tolle Männer
die ich bewundere &
die vielleicht sogar ne Art Vorbild für mich sind
In der Glotze sehe ich sie nur noch als Schauspieler
die eine Rolle spielen &
schon gar nicht im Spiel der Macht & Politik
Aber ich kenne einige persönlich

Ich habe sogar klasse Kinder kennengelernt
Kinder
die rumtollen
& neugierig sind
& ehrliches Interesse haben
&
da fand ich es sogar schade
keine eigenen Kinder zu haben
Ehrlich!
Solche Kinder
da habe ich Hoffnung
für diese Welt

Und plötzlich mache ich mir Sorgen um Mutter & Schwiegermutter &
bin meiner Schwester sowas von dankbar
dass sie die Sorgen um meine Mutter mindert,
indem sie sich kümmert &
Früher war mir Familie immer egal &
das ist falsch &
das weiß ich dank meiner Frau Claudia &
zum Beispiel meine Nichten haben viel zu wenig von mir

Und all das sollte ich ja auch mal erwähnen!

Miles Davis mittlerweile – Ich wollte mich nicht mehr von Gesang ablenken aber seine Trompete singt genauso in mein Herz und lenkt mich ab und das ist ja auch gut so. Kind of blue lässt mich schweben.

Was will ich mit diesem Geschreibsel sagen?

Keine Ahnung
Ich sag (bzw. schreib) es einfach
weil es mir etwas sagt

Dieser Text ist mein heutiger Abend
nicht mehr
aber auch nicht weniger

Bevor der völlig aus dem Ruder gerät / beende ich ihn

Gute Nacht!













Dienstag, 12. August 2014

Über "Rome" und ihr neues Meisterwerk



Jerome Reuter und seine Band Rome haben mit „A Passage To Rhodesia“ ein neues Meisterwerk hingelegt.
Es ist nicht leicht zu beschreiben und es verdient, aufmerksam wahrgenommen zu werden.
So wie alle Rome-Werke.

Stilrichtung?
Reuter und Rome werden in die Neo-Folk (was immer das ist) – Kiste gepackt. Für mich hat der Begriff Neo-Folk einen bitteren, weil braun angehauchten Beigeschmack. Und da passt Reuter überhaupt nicht rein. Folk Noir? Das gleiche mit anderen Worten.
Gothic? Irgendwie und unverständlicherweise ist Reuter nur in dieser Szene bekannt.
Ich weigere mich jetzt einfach mal, Rome in eine Schublade zu packen.
Dark Chanson: Passt vielleicht.

Stimmlich liegt Reuter irgendwie zwischen Cash, Cohen und Cave - aber auch diese Einordnung passt nicht.

Eine locker gestimmte A-Gitarre mit Darmsaiten.
Und Aufnahmen mit viel Hall und dementsprechend Pathos. Dubs und Perkussion.
Eine tiefe, passende Stimme. Wundervoller Gesang.
Und noch mehr Hall.
Dunkel. Schön.
Vielleicht so.

Reuter ist ein Intellektueller. Das macht es nicht einfacher. Er beobachtet, beschreibt, zitiert.
Ist nix mit plumper Romantik oder mit platten Liebesliedern.
Ist ganz viel Feeling.
Mit Fragezeichen.

Ich liebe seine Produktion „Die Aesthetik der Herrschaftsfreiheit“, obwohl ich gestehe, dass dieses Meisterwerk schwer zugänglich ist.
Ich liebe „Nos Chants perdus“, mit dieser Platte habe ich Rome erst kennengelernt. Sie ist leichter zu konsumieren, einfach wunderschön.
Und ich werde „A Passage To Rhodesia“ lieben. Das weiß ich, nachdem ich diese Platte nur einmal gehört habe.
Ich beschränke mich jetzt mal auf diese drei Produktionen. Es gibt zu viele Sachen, die ich nur nebenbei wahrgenommen habe.
Vielleicht haben Rome (also Reuter) auch einfach zu viele Sachen rausgeschmissen. Keine Ahnung.
Groß rausgekommen und bekannt geworden ist Rome bisher nicht.
Das liegt vielleicht an der Neo-Folk-Einordnung, an dieser Szene bestimmten Richtung.
Das liegt auch daran, dass Reuter sich weigert, kommerziellen Zwängen zu folgen.

„A Passage To Rhodesia“ ist im Pack unbezahlbar.
Knapp n Hunderter für eine Deluxe-Edition sprengt jeden Geldbeutel. Schade.
Die Downloadversion (für n Zehner) liefert wundervolle Musik.
Und so muss man eben die Texte hören und kann sie nicht lesen.
Soweit ich die Texte nach zweimaligen Hören verstanden habe (und meine Englischkenntnisse sind nicht die besten…) ergreift Reuter keine Partei zwischen Schwarz und Weiß, sondern beschreibt die Zerrissenheit und Verzweiflung in einem eigentlich schönen Land.
Als Parabel für die Weltkonflikte.
Und so möchte ich die Platte verstehen und so ist sie für mich einfach ein Meisterwerk.

Gestern besuchte mich mein Freund und DJ und Schriftsteller Klaus Märkert und brachte mir diese Scheibe. Vor zwei Jahren machte er mich zum ersten Mal auf Rome aufmerksam.
Er ist schuld an diesem Blogeintrag.
Alleine dafür kann ich ihm nicht genug danken.

Rome kennt kaum ein Mensch.
Jerome Reuter und Rome sollten Weltstars sein.
Vielleicht wäre die Welt dann besser (im Vergleich zu den existierenden Stars).