Donnerstag, 4. September 2014

Einerseits - Andererseits



 Noch nicht ganz fertig. Sollte eigentlich in zwei gegenüberliegenden Spalten gesetzt sein, was ich hier nicht hinkriege. Ich poste es trotzdem mal:

Einerseits:

You can’t be twenty
on sugar mountain
und ich bin schon über 50
und habe einiges über und er- lebt
Ich bin müde
und rege mich nur noch bedingt
über die Lügen und Aktivitäten der Machthaber auf
gehe nicht mehr auf die Straße
weil ich zu langsam und schlapp zum Kämpfen bin
und massig Resignation in mir habe
Ich bin müde
und mein Körper kann kaum noch Sport und Sex
Es tut einfach weh
und mir fehlt der Atem
Dabei würde ich liebend gerne jedem Ball hinterher rennen
den die Kinder treten
Und meine Frau
- am liebsten zweimal täglich und überall und in allen Variationen
Ich kann nicht mehr
I can’t get no
Ich bin müde
Schwerbehindert und Frührentner
und nur noch
Schreiberling at home
und selbst da desillusioniert und müde

Die eine Seite
Heute

Andererseits:

Wenn meine Frau mich anstrahlt geht die Sonne auf
und ich weiß
warum ich noch lebe
In unseren Umarmungen werden wir eins
und das ist der Himmel
Immer noch
genieße ich Widerstand
und lebe auf
bei Aktionen gegen den allgegenwärtigen Wahn
Aktiv an meinem einsamen Schreibtisch
aber mit meinem Herzen dabei
Immer noch
gibt es Kinder
die mich auf eine Zukunft hoffen lassen
Immer noch
erreicht mich Rock’n’Roll
und ehrliche Musik
(wenn auch seltener anhand der Überfrachtung)
Und überhaupt!
Immer noch
scheint die Sonne
und kühlt der Regen ab
und
Ich friere ja nicht jeden Tag…
Und:
Irgendwie und überhaupt und allgemein –
ICH LEBE NOCH!

Die andere Seite
auch heute
Punkt…





Dienstag, 2. September 2014

N bisschen Musiklaberei und etwas mehr Ruhrpottabschied



Ich beginne mit Musiklaberei. Meine aktuelle Playlist:

Phillip Boa ist rausgefallen. Ich mag/mochte ihn nie besonders, aber sein letztes Werk fand ich toll. Jetzt aktuell sagt er mir wieder nichts. Vielleicht sind auch die anderen auf meiner Playlist einfach zu gut.
Ryan Adams ist auch rausgefallen. Siehe oben.
Dr. John ist rausgefallen. Ich mag Dr. John, aber er hat ein Album mit Liedern und zu Ehren von Satchmo aufgenommen und die Originale sind einfach besser, auch wenn manches witzig im Dr. John Sound klingt…
New Model Army kommen mit Sicherheit noch dazu, bekomme ich aber erst Freitag. Und vielleicht noch Niels Frevert. Die Huldigung an Nils Koppruch fällt raus, da er im Original einfach unschlagbar war.
Das war doch jetzt kurz, oder?



Meine Frau zwingt mich zu Spaziergängen.

„Raus an die frische Luft, Du siehst scheiße aus! Wir laufen jetzt übern Friedhof nach Schonnebeck zum Einkaufen!“
Ich zucke mit den Achseln. Vielleicht stimmt es ja. Nur eine Frage habe ich noch:
„Meinste, mit diesen Schuhen kannste laufen? Durch den Wald?“
Wie immer ignoriert sie meinen Einwand.

Beim Rückweg lasse ich sie am Friedhof warten, renne zurück und hole das Auto, um sie nach Hause zu bringen.

Wir brauchen wieder einen Hund.
Nach dem Umzug. Irgendwann.



Der Umzug.
Wir haben (außer Wohnungskündigung) noch nichts gemacht. Und ich fühle mich schon nicht mehr heimisch und will nur noch aufs Land.
Und freue mich.
In drei Wochen geht es los.



Aus einem Telefonvertrag und einen Handy-Vertrag und Sky rauszukommen ist übrigens gar nicht so einfach.
(Ähnlich, wie aus unseren Hundehaftpflichtversicherungen, die unsere Kündigungen einfach ignorieren (trotz ärztlicher Einschläferungsurkunde und Übereignungsvertrag).)
Ich will das alles nicht mehr. Ich will n Internetanschluss, n Festnetz und n Prepaid-Handy für Notfälle.
Ich muss nicht immer telefonieren, erreichbar sein und Facebook checken: Das reicht am Schreibtisch und am Compi.
Ich will mich reduzieren. Und meine Ruhe.
Ich brauche auch nicht jedes Fußballspiel in der Glotze. Lieber fahre ich öfters nach Bochum, um meinen VfL live zu sehen. Und außer für Fußball bräuchte ich mittlerweile gar keine Glotze mehr.
Und by the way dann Freunde zu besuchen…

Ich hasse es, wenn die Menschen ihre Handys bei jeder Gelegenheit zücken und andauernd darauf rum tippen. Oder irgendwas zeigen.
Ich will Gespräche (wenn überhaupt) und direkten Kontakt.
Back to the roots!



Ich habe Lieblingsplätze.

An meinem Schreibtisch,
links und rechts die Boxen verteilt, Musik,
meine Finger auf der Tastatur des Labs.
Egal, wo der steht.

Das Grab meines Schwiegervaters am Halo-Friedhof in Essen (den ich nie kennenlernen durfte), das Grab meines Vaters in Castrop, Plätze im Stadtgarten Castrop, auf dem Feld in Bochum Gerthe, der Stadtpark in Bochum Langendreer, Bochum Hiltrop, Block P links im RevirPowerStadion (für mich immer Ruhrstadion) an der Castroper Straße in Bochum. Der Silbersee nahe Haltern. Plätze am Rhein Herne Kanal. Der Stadtgarten Castrop-Rauxel. Ein Feld am Gysenbergpark in Herne, wo ich beinahe in aller Öffentlichkeit Sex mit meiner Frau gehabt hätte (wir hielten uns dann doch zurück…).

Paris.
Das Grab von Jim Morrison und das Grab von Heinrich Heine.
Prag.
Diese wunderbare Brücke.
Schiermonnikoog.
Die Dünen.
Überhaupt die wunderbaren Inseln der Nordsee.

Schon jetzt habe ich zwei Lieblingsplätze in Ottenstein:
Auf der Hollywood-Schaukel im Garten.
Und auf dem Feldweg, der direkt neben unserem Haus beginnt - die letzte Station des Kreuzwegs: Eine kleine Statue mit Jesus am Kreuz
( Moment: Ist das dann überhaupt die letzte Station?) und davor eine Bank und dahinter ein Feld und über uns ein riesiger Himmel.
Und Ruhe. Natur.
Jesus stört mich nicht.
Ich liebe diesen Platz.

So viele Plätze. So viele Geschichten.
Mann, ich werde oder bin alt.

Und habe noch viel zu erzählen.



Von Essen habe ich mich innerlich längst verabschiedet. Wurde nie richtig heimisch.
Das liegt nicht an Essen, sondern an den Umständen.
Den Ruhrpott werde ich bestimmt vermissen. Und meine Freunde und Freundinnen. Aber ich werde ja nicht weg sein.
Ich freue mich auf Ottenstein, das liegt bei Ahaus, Nähe der niederländischen Grenze.

Und die Tage fangen wir an,
endlich einzupacken…

Sonntag, 31. August 2014

Der September wird hiermit zum Leonard Cohen - Monat erklärt!



Der September wird der Monat des Leonard Cohen.
I’m your Man – Monat sozusagen.
80 Jahre wird der gute Mann am 21.09.


Eine neue Platte erscheint am 19.09: Popular Problems. Und die Vorabveröffentlichung „Almost Like The Blues“ ist klasse. Knüpft irgendwie an „Old Ideas“ an.  Auch wenn das Plattencover fürchterlich hässlich ist, die Platte scheint toll zu werden.

Eine Platte mit deutschsprachigen Coverversionen kommt wohl ebenfalls am 19ten (Poem).

Und am 01.09. erscheint im wunderbaren MaroVerlag (unter anderem die fantastischen Bukowski Sachen) ein weiteres Buch über das bisherige Leben und Wirken Cohens:

Thomas Kraft: Cohen.

Es gibt unzählige Bücher über (und von) Cohen.
Dieses ist ein schönes und günstig zu erwerbendes (10 €) über den Meister.
Kraft ergründet das Werk des Dichters und Sängers und erzählt gerafft vom Leben dieses großen Mannes. Für Cohen Fans nicht wirklich Neues, aber die klugen Formulierungen und die spürbare Ehrfurcht vor Cohen sorgen dafür, dass ich dieses Buch in einem Rutsch durchlese und mich dabei sehr gut unterhalten fühle.
Krafts Würdigung reißt manche Aspekte des Lebens und Werkes Cohens nur an, mehr geht auch nicht in so kurzer Form. Und so wird der Leser neugierig, wie es wirklich mit dem finanziellen Desaster und dem Streit mit Cohens Managerin war, wie sehr der Buddhismus Cohen beeinflusste, was im Chelsea Hotel alles passierte undundund.
Ein  hervorragender Aperitif um in Werk und Leben des großen Mannes einzusteigen.
Backgroundmusik egal, Hauptsache Cohen.
Eine kluge und umfangreiche Zeittafel, ausführliche Bibliografie und  Diskografie machen dieses Buch zusammen mit klasse Fotos zu einer gelungenen Würdigung des Meisters, für Einsteiger und Fans gleichermaßen lohnend.

Mein Lieblingssatz:
„Und Paul Body, Türsteher im legendären Club Troubadour in West Hollywood, meinte, dass „der einzige Typ, der hübschere Frauen anzog als Leonard Cohen, Charles Bukowski gewesen war“.“

Ich stelle gerade fest, dass ich in meiner iTunes-Sammlung 25 Alben von Cohen gespeichert habe. Viele Bootlegs dabei, ich bin eben immer noch Jäger und Sammler.
25 Alben (ab 19.09. sind es dann 26) in 80 Jahren finde ich okay.
Ich habe nur 6 Bücher von und über Leonard Cohen, da ist also noch Platz in meinem Bücherregal. Cohen vom MaroVerlag gehört dazu.

Am 26.10.2013 hatte ich das Vergnügen, Leonard Cohen live erleben zu dürfen.
Ich war hin und weg.
Hier nochmal meine Konzerteindrücke:


Ich war müde, eigentlich mein Dauerzustand seit Januar. Ich war genervt, Dauerzustand seit Dezember. Ich hatte keine Lust, aber trotzdem ne positive Erwartungshaltung.
So stritt ich noch n bisschen mit meiner Frau, umarmte sie, bevor ich losfuhr und packte dann Petra und Arne ein und wir machten uns auf den kurzen Weg nach Oberhausen.
Einen annehmbaren Parkplatz fanden wir ohne Probleme und als wir endlich unsere Plätze in der König-Pils-Arena (Richtig: Ekelhaft!) gefunden hatten, stellten wir fest, dass wir absolut genial im ersten Block des Innenraums saßen. Nur sieben Reihen von der Bühne entfernt.
Alles stressfrei. Schön.
Das Publikum war alt. Endlich fiel ich mal nicht besonders auf (okay, die Krebsnarben kann ich nicht verbergen). Ich behaupte mal, dass massig Lehrer und Alt-68er im Publikum waren. Lässt sich bei Leonard nicht vermeiden, ist auch okay. Es waren auch massig Sekretärinnen da und ich fühlte mich an meine Robbie Williams Konzerte erinnert (damals, als er noch gut war – ja, ich gestehe!). Trotzdem: eine angenehme, offene Atmosphäre.
Nach netten Ansagen in Form eines Countdowns ging es dann pünktlich (c.t.) los. Und die Band und Leonard betraten die Bühne.
„Ich weiß nicht, ob wir uns noch mal wiedersehen. Aber ich weiß, dass wir heute Abend unser Bestes geben werden!“
Zu Beginn eine der wenigen Ansagen Cohens. Und er und die Band hielten das Versprechen.
Die Bühne: links (vom Publikum aus) die Mikros für die drei Hühner. Dahinter das Keyboard (schön oldschool) und mittig das Schlagzeug, davor stand der Bassist drei samtbezogene Stühle für den Gitarristen, den Geiger und den Lead-Bandourriaisten (schwierig: er spielte alles Mögliche…). Leonard hatte das Mikro in der Hand und beherrschte alle Zwischenräume. Ein farbloser Vorhang wurde durch Lichteffekte immer passend eingefärbt. Dezent tauchten ab und zu Grafiken von Leonard auf. Der Bühnenboden war mit Teppichflies überzogen, für die Knie von Leonard eine Wohltat. Alles in allem schlicht aber wunderschön und immer der Stimmung angepasst. Weniger kann mehr sein!
Die Band: Oft (vielleicht zu oft) zog Leonard den Hut vor seinen Mitstreitern. Manchmal kniete er vor einem Solo vor dem Musiker. Sie hatten es ohne Ausnahme verdient!
Roscoe Beck am Bass passte einfach. Spielte solide, einfach und schön. Sein Meisterkönnen blitzte ab und zu auf, aber er hängte es nicht raus.
Ebenso Rafael Gayol an den Drums. Zurückhaltend, absolut passend und trotzdem: ein unbestrittener Meister, der es nicht nötig hat, das rauszuhängen.
Neil Larsen an den Keyboard war wohl auch klasse. Ich kann das nicht beurteilen, da ich Keyboarder nicht mag und mir die Schweine-Orgel auf den Keks geht. Aber er war okay.
Mitch Watkins an der Gitarre spielte schon 79/80 mit Leonard live. Ich fand ihn einfach nur superklasse!
Alexandru Bublitchi passte genial und machte an seiner Violine einen super Job, der den Sound beflügelte.
Javier Mas spielte hauptsächlich ein zwölfsaitiges gitarrenähnliches Teil und Mandolinen.
 Bandurria heißt das griechische Teil. Ich habe es bei Wikipedia nachgeguckt. Der Mann ist klasse. Seine Solos sind toll (wenn auch zu oft und zu lang) aber seine wahre Klasse entwickelt sich während den Gesangsparts, wo er akzentuierte und die Akkorde füllt.
Die Hühner?
Sharon Robinson gehört seit Jahrzehnten zu Cohen. Und besorgt Gänsehäute. Sie ist absolute Oberklasse. Und passt. Und hält sich zurück und gewinnt dadurch.
Die Webb Sisters können singen. Okay. Ich persönlich hätte gerne auf sie verzichtet. Aber das liegt an meiner persönlichen Abneigung gegen Hühner und soll nicht gegen ihre Qualität sprechen.
Alles passt zusammen.
Und in der Mitte der große alte Meister, der seinen Hut zieht und die Fäden der Band verbindet. Göttlich!
Ich habe noch nie so lange über eine Band geschrieben. Sie haben es verdient.

Der Meister, the Man himself war Leonard.
Wie seine Band strahlte er Ehrfurcht vor den Melodien und der Poesie aus. Spielte ironisch mit seinen Alterserscheinungen und präsentierte seine Meisterwerke. Und packte uns alle im Publikum. Während ich dies hier tippe höre ich die Live-Aufnahme von ihm von 1970 (Isle of Weight) und seine Stimme hat zugelegt: ist tiefer geworden, kann nicht mehr in die Höhen gehen, hat aber eine Tiefe, die berührt und ihresgleichen sucht.
Scheiß drauf, ob die moderne Soundtechnik da einiges geradebügelt: Es geht in die Seele, geht ins Herz, berührt.
Oft kniet Leonard. Manchmal tanzt er. Immer ist er mit voller Seele dabei. Über drei Stunden.
Und wir – das Publikum – sind ergriffen.

Die Songs werden meisterlich präsentiert. Ich hatte Angst vor „Suzanne“, musste dann aber feststellen, dass meine Ergriffenheit nicht aus den Erinnerungen, sondern aus dem Stück selbst entstand. „Heart with no compenion“ wurde als reiner Country-Song präsentiert und ich kriegte das Grinsen nicht aus meinem Gesicht. „The Partisan“: Wunderschön. „Lover,Lover,Lover“: Ja – Ich war auf einem Rockkonzert! Gigantisch! „First we take Manhattan“: Forget alle Coverversionen! Gänsehäute! „So long Marianne“ kenne ich in besseren Versionen, werde aber zum Schluss mit einer unschlagbaren Fassung von „I trie to leave you“ belohnt.
Ich kann es nicht in passende, würdige Worte fassen. Ich hoffe, ihr versteht mich trotzdem.

Irgendwann – viel zu schnell – sind drei Stunden vorbei.
Die Halle steht und applaudiert ohne Ende.
Ich bin platt, aber begeistert.







Samstag, 30. August 2014

Musiklaberei und n bisschen Auskotzen:



Oh Mann!
Ärzte und Krankenhäuser sind scheiße!
Unmenschliche und schlampige Kretins!
Jeder Handwerker, der so arbeiten würde, hätte nach einer Woche keinen Job mehr!
So.
Mal wieder zu diesem Thema ausgekotzt, ohne direkte Beispiele zu nennen.
Die Beispiele hätte ich, ich weiß auch, dass es Gegenbeispiele gibt. Trotzdem:
Ärzte sind Kretins! Monster!
Meistens…

Das Blöde daran ist, dass wir ihnen im Fall der Fälle dann ausgeliefert sind. Uns soweit möglich auf sie verlassen müssen. Und dabei meist scheitern – wir – nicht die Ärzte…

Ich will mich jetzt nicht weiter auslassen.
Wieder einmal haben ich einen Grund mich aufzuregen, auch wenn es nicht mich, sondern eine Bekannte betrifft…



Ich und viele meiner Bekannten kommen oder sind in dem Alter, wo Abschied nehmen & Beerdigungen & kranke oder einfach alte Menschen zur täglichen Routine gehören.
Und niemals Routine werden.
Ist einfach so. Gehört zum Leben.
& wird dadurch trotzdem nicht leichter zu akzeptieren…



Nein:
Wir sind keine Sozialstation.
Ich verhalte mich oft ziemlich sozial, aber ich bestehe nicht nur aus Nächstenliebe und entwickele mit der Zeit auch einen immer stärkeren Eigenschutz.
Und das ist gut so.
Unsere Wohnung ist kein Asyl und keine Auffangstation für gescheiterte Existenzen.
Mich nervt das dann doch irgendwann.
Ich will meine Ruhe.
Mit meiner Frau.
Und wir haben genug eigene Probleme.
Auch hier gehe ich nicht auf Einzelheiten ein, sondern kotze mich einfach mal nur so aus.





So.
Und jetzt fange ich mit der Musiklaberei an.
Endlich die wirklich wichtigen Dinge im Leben (?).

Kate Bush is back on stage!
Nach den Artikeln dazu äußerst grandios.
Und für mich Zeit, mal wieder ihre Platten zu hören.
Die Frau ist einfach toll!
Das lohnt sich…

Keira Knightley singt.
In einem neuen Spielfilm.
Auf Deutsch hat der Film den wunderbaren Titel „Can a song save your live?“, der Originaltitel „Begin again“ ist auch nicht schlecht.
Der Film hat unterschiedliche Kritiken, ich bin gespannt und werde ihn mir wohl ansehen. John Carney ist der Filmmacher. Der hat damals „Once“ mit dem wunderbaren Glen Hansard gemacht, der auch diesmal an der Filmmusik beteiligt ist.
Ansonsten?
Adam Levine von Maroon 5 singt und spielt mit. Na ja.
Keira Knightley singt.
Ich finde Keira Knightley süß. Schon lange. Etwas zu dürr, aber interessant.
Genauso singt sie.
Eine dünne, unausgebildete und unerfahrene Stimme, die sehr schöne Folksongs zum Besten gibt. Ich spüre (oder bilde es mir ein) Feeling und mag das Ding.

Eigentlich mag ich keine Appetizer.
Songs, die auf die kommenden Alben neugierig und heiß machen, aber wenig über die Albumqualität sagen.
Ich mach jetzt mal drei Ausnahmen:
- Leonard Cohen (und ihn werde ich im September öfters erwähnen – übermorgen fange ich damit an…) hat mit „Almoust like the blues“ den ersten Song aus seinem Album „Popular Problems“ veröffentlicht.
Wow!
Das knallt rein!
Und wie!
Leonard at his best!
Ich liebe den Song!
- J. Mascis veröffentlicht gerade „Tied to a star“ und hat vorab den Song „Every morning“ veröffentlicht. Ich war angetan, höre jetzt das ganze Album und finde es wunderschön.
Der ehemalige Sänger von Dinosaur JR hat ja schon auf seiner Soloplatte von 2011 („Several shades of why“) den Folk und die Balladen für sich entdeckt. Dies setzt er konsequent fort und haut die Gitarrenbreitseite nur selten zwischen sanftes und schönes Akustik-Gitarren-Picking rein.
Und singt fantastisch. Da passt alles.
- Robert Plant kommt in einer Woche mit ner neuen Produktion: „Lullaby and...the Ceaseless Roar“.
Einzelne Songs wurden schon im Netz gestreamt, von Live-Konzerten (Glastonbury etc.) – und sie scheinen großartig zu sein!

Der nächste Monat wird spannend.
Zumal ne neue New Model Army, ne neue Slash und ne neue Lenny Kravitz auch noch auf meiner Hörenswertliste stehen.
Und Niels Frevert, Phillip Boa (beide schon erschienen…) und „Poem“: Eine Compilation von Leonard Cohen auf Deutsch warten auch noch auf mein Ohr und mein Herz.
Danach dann die neue Foo Fighters und (mit Skepsis) die neue Jackson Browne und Marianne Faithful.
Die nächsten Monate bleiben spannend…

Ach ja. Und ich habe „Geier Sturzflug“ für mich wieder entdeckt.
An meinen achtzehnten Geburtstag ging ich in meine damalige Stammkneipe (Strandcafe in Castrop-Rauxel) und da spielten die. Und die Kneipe war rappelvoll, weil die Band ne Woche vorher durch Zufall einen Nummer-1-Hit in Dland mit Bruttosozialprodukt hatte.
Bruttosozialprodukt war gar nicht so schlecht, wie es durch die Dudelei in allen Radio- und Fernsehstationen wurde.
Aber die Lieder davor waren wirklich klasse!
„Geier Sturzflug“ waren eine authentische Band mit Spaß an der Sache.
Blöderweise hatten sie Erfolg – einen Erfolg, der sie kaputt gemacht hat.
Bei denen ist wirklich nur die erste Platte gut.
Aber die ist dafür wirklich saugut!

Und da gab es früher auch noch so eine Band aus Köln, die ich gar nicht so schlimm fand.
Doch – die ersten zwei Platten von BAP sind okay.
Jetzt gibt es (mal wieder) was Neues:
Wolfgang Niedeckens BAP: „Das Märchen vom gezogenen Stecker“.
Gut, dass die Band Wolfgang Niedeckens BAP heißt, so weiß man von vornherein, dass der nervige Dialekt des „Dylan vom Rhein“ die Aufnahme bestimmt – und nicht die geile Gitarre des Major Heuser, die die Klasse von BAP ausmachte.
So kann man das Ding hören, aber wirkliche Begeisterung stellt sich nicht ein.
Ich tue mich schwer mit deutschem Dialektgesang. Wecker, Zöllner, früher Danzer: die konnten das. Niedecken hat diese Klasse nie gehabt…
Trotzdem bleibe ich an fünf (von dreißig) Songs hängen und sperre die Ohren weit auf: „Jupp“, „Kristallnacht“, „Verdamp lang her“ (klar…), „Do kannst zaubre“ und „Sendeschluss“.
Da mag viel Nostalgiefeeling mit rein spielen, aber diese fünf Lieder sind einfach klasse und auch im neuen Live-Arrangement Gänsehauttauglich. Da zeigt sich dann, dass Niedecken auch ohne Heuser funktionieren kann und sogar ne Art Charisma hat.





Okay.
In ein paar Stunden dann zu Feldstudien ins rheinische Feindesland nach Köln. Aber nur für ne Party.
Und das Abschalten haben wir nötig und uns verdient.
Wie das Wochenende generell ist weiß ich dann nach dem Spiel des VfL Bochum in Braunschweig…