Montag, 23. Dezember 2013

50! What's the fuck!




Kalendarisch habe ich jetzt also 50 erreicht. Konnte ich mir in meiner Jugend nie vorstellen. Als ich 20 war, da waren 50jährige der reinste Horror für mich. Alte Säcke eben. Spießig, kaputt und platt. Als ich 43 war schien es eh absolut unrealistisch, die 50 überhaupt noch zu erreichen.

Biologisch bin ich bei ca. 70 angekommen. Ist so mit Krebs. Ist aber auch egal.
Ich kann mit Fußballprofis nicht mehr mithalten. Aber dafür haben die heutzutage hässliche Schuhe und Frisuren.

Soziologisch und statistisch war ich schon immer eine Katastrophe.
Nach Art und Schwere meines Krebses dürfte ich nicht mehr leben.
Und Frührentner mit 50 sind auch eher Randerscheinungen.
Außerdem habe ich statistisch mit zu vielen Frauen geschlafen, zu wenig Kinder gezeugt und zu spät geheiratet (Hey! Aber immerhin!).

Mental bewege ich mich immer noch im Teenager-Alter.
Um dann zur totalen Vergreisung zu springen.
50?
Egal!



Der Countdown läuft.
Meine Frau kommt nach Hause. Und das ist dann mein Weihnachten.
Mann, was habe ich sie vermisst!
Früher habe ich die meiste Zeit alleine gelebt, jetzt ist mir klar: Ich kann und will nicht ohne sie!



Ich bleibe dabei:

Dieses beschissene Leben ist wunderbar.
Dieses wunderbare Leben ist beschissen.
Wahrscheinlich haben wir nur dieses eine.
Und man sollte das Beste daraus machen.
Nur mal wieder so bemerkt.

Und Schmerzen sind dazu da,
ausgehalten zu werden.
Wenn wir am Boden sind
können wir umso mehr genießen,
wenn es aufwärts geht.

Bullshit.
Trotzdem irgendwie wahr.

Ich alter Mann glaube immer noch an die Liebe.
Und setze merkwürdigerweise immer noch Hoffnung in die Menschen
- nicht in die Regierungen – Menschen sind die auf der anderen Seite!

Die Erde ist ein Staubkorn im Universum.
Die Evolution und unser Wissen ist wahrscheinlich ein Witz
für irgendwelche andere Lebensformen.
Aber für n paar Sachen werden die uns immer beneiden:
Bier, Liebe und
„Hey Ho Let’s Go!“
oder
„Didudammdammdamm“.
Da sind wir unschlagbar.

Nur mal wieder zwischendurch bemerkt…



Vinyl-Party!
Ich bin reichlichst beschenkt worden. Habe jetzt wieder eine ansehnliche und geile kleine Sammlung.
Pearl Jam – Lighting Bolt: Wow! Was für eine Scheibe!
Neil Young – Psychodelic Pill: Schwergewicht!
Green Day – 21st Century Breakdown: 3 Platten, CD und wunderschönes Buch in einem Wahnsinnscover!
Velvet Underground – White Light  White Heat: Die gehört in jede Sammlung!
Element of Crime – Damals hinterm Mond: Als Vinyl gewinnt eine meiner Lieblings-CDs noch mehr dazu.
Sting – The last Ship und James Blake – Overgrown: Ich trau mich noch nicht, sie zu hören…
Dazu dann noch ein tierisch geiler Mix aus Platten meiner Jugend. Über Jack Bruce, TonSteineScherben (endlich wieder auf Vinyl!) hin zu Led Zeppelin und vieles mehr!
Mann! Ich schmelze dahin!

Mit meinem Gehör steht es nicht besonders gut (50 eben. Und zu oft vor zu lauten Verstärkern gestanden. Und n Hörsturz und n postkarzinomen (jaja, auf den Krebs kann man alles schieben…) Tinnitus).
Aber Vinyl hört sich eindeutig wärmer an.
Und macht viel mehr Spaß.



Noch wichtiger als die Vinyl-Geschenke (und andere tolle Geschenke, zum Beispiel ein Foto-Kalender mit Horrorbildern aus meiner Jugend) sind die Geburtstagsgrüße und die Wünsche. Und die Freunde, die mir gestern eine tolle und stimmige Nacht geschenkt haben. Und meine Frau, die in ca. 16 ½ Stunden wieder in meinen Armen ist.
Beinahe komme ich mir wie ein Popstar vor: Postkarten, eMails, Anrufe, Facebook-Kommentare: Meine Gratulanten Schar ist dreistellig.
Ich werde erst nach Weihnachten dazu kommen, mich zu bedanken…


Jetzt kommen Weihnachtstage.
Endlich wieder mit Claudia.
Direkt danach kommt Organisationsstress. Aber (warum auch immer) ich sehe Licht am Ende des Tunnels.

Und dann kommt 2014.

Und da wird eh alles besser.

Ich wünsche Euch schon mal frohe Weihnachten (ich werde liebevolle Tage haben).
Und eh immer das Allerbeste.

In diesem Sinne…

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Dezember...



Patti. Die göttliche Patti Smith.
Ich höre heute Abend ihre Platten durch, bin gerade bei „Radio Ethiopia“.
Möge sie mir was von ihrer Energie schicken, die könnte ich gebrauchen!

Keith Richards ist heute 70 Jahre alt geworden.
Obwohl der mindestens das Doppelte und vielfach Härtere an allen möglichen Drogen eingepfiffen hat, wird er wahrscheinlich fitter als ich, mit meinen lächerlichen 50 Jahren in 5 Tagen, sein.
Keith!
Not guilty!
Rock on!
(Obwohl: Spiele das, was du noch kannst, passe dich einfach den physischen Änderungen an, sonst wird es peinlich und die letzten Aufnahmen waren nicht so der Bringer. Hey! Altere in Würde!!!)


Krebs lässt ja vorzeitig altern. Vielleicht werde ich in 5 Tagen also so alt, wie es Keith heute wurde.
Keine Ahnung (wie immer…).
Wenn, dann ist die vorzeitige Vergreisung nur auf das Physische bezogen. Und auf die dementiellen Prozesse (Jau. Es gibt auch krebsbedingte Demenz…).
Leider nicht auf das würdevolle Altern.
Und auch nicht auf die Altersweisheit.

Das kann ich mir abschminken.

Egal.
Vor ca. 7 Jahren standen alle Wetten gegen mich, überhaupt  jemals die 50 zu erreichen.
Jetzt scheint mein Mittelfinger gegen den Krebs bis dahin gewonnen zu haben.
Und ich bin sogar so lange, wie nie zuvor in meinem Leben mit der gleichen Frau zusammen und ich habe sie sogar geheiratet!
Und liebe sie noch immer!
N Ausrufezeichen trifft da ins Schwarze.
Ich kann nicht genug Ausrufezeichen setzen.

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Die Reha meiner Frau nähert sich dem Ende.
Heiligabend kommt sie nach Hause, leider erst einen Tag nach meinem Geburtstag.
Aber jetzt kann ich die Tage abzählen und das ist gut so.

Außer alle James Bond Filme zu gucken und alle Tom Waits Alben zu hören habe ich wenig von dem geschafft, was ich mir vorgenommen hatte.

Ich dachte, ich könnte ungestört drauf los schreiben, aber meine Gedanken waren immer bei Claudia und sie fehlte mir und ich habe so gut wie nix in den fünf Wochen geschrieben.

Ich habe auch die vorgenommenen Renovierungsarbeiten und Organisationskram schleifen lassen. Vegetierte eher vor mich hin.
Besuchte oder telefonierte eher noch seltener mit meinen FreundInnen, die dieses Jahr wahrhaftig nicht von mir verwöhnt wurden.

Schon komisch: Dabei war ich es die meiste Zeit meines Lebens gewohnt, alleine zu leben.
Jetzt geht das nicht mehr.
Zumindest nicht ohne Claudia.

Immerhin: Ich habe das Vinyl und den Schallplattenspieler dank Petra für mich wieder entdeckt.
Und Claudia ist in fünf Tagen wieder da (und wird meine Vinyl-Liebe eher leidend ertragen…)


Dezember.
Viele der besten Menschen haben im Dezember Geburtstag.
Vielleicht, weil ihre Zeugung in ersten Frühlingsgefühlen stattfand.
Keith (s.o.), J.C., Willy Brandt, viele meiner Freunde, meine Frau und last and least meine Wenigkeit.
Artet schon fast in Stress aus.
Ansonsten ist im Dezember scheiß Wetter.
So eins, dass mich gesundheitlich schlaucht. Feucht, Nebel, entweder zu kalt oder zu warm und natürlich kein Schnee.
Und (wie so oft im Dezember) macht das Auto Mucken und Sorgen. Und die Geldfragen eh.
Aber nach Weihnachten wird es meist besser.
Dann kommt vielleicht wirklich der Winter.
Und zwischen Weihnachten und Neujahr blickt man dann halt zurück auf das letzte Jahr und behauptet jedes Mal: Das nächste Jahr wird besser.
Wird es wahrscheinlich nicht.
Muss es aber werden.
Anyway…

An dieser Stelle noch kein Rückblick (wenn überhaupt, dann nach Weihnachten). Und auch kein Ausblick.
Ich werde 50. Ich lebe noch.
Meine Frau kommt Heiligabend wieder!








Donnerstag, 5. Dezember 2013

I finished my first drink...



Gerade ein Bukowski-Zitat gefunden, das passen könnte:

 “I was getting depressed. My life wasn't going anywhere. I needed something, the flashing of lights, glamour, some damn thing. And here I was, talking to the dead. I finished my first drink. The second was ready.” ― Charles Bukowski

Irgendwie in der Art.
Oder ganz anders.
Wie auch immer…



Meine Frau ist jetzt zwei Wochen weg. Ich hatte mir viel vorgenommen.
Habe bisher so gut wie nichts davon erledigt.
Prokrastination at his best.

Momentan verschiebe ich alles auf das nächste Jahr. Und nehme mir vor, mal wieder richtig durchzustarten.
Nicht heute, vielleicht morgen, oder übermorgen.
Wie gehabt…

Ich höre Schallplatten. Das ist geil. Bringt mich durch die Tage und Nächte.
Ab und zu gucke ich einen meiner DVDs, eher selten. Fußball läuft ja fast täglich. Haut mich selten vom Hocker (VfL Bochum – Syndrom…).
Ich hätte Zeit und Ruhe und keine Ablenkung, um mich auf meine Schreiberei zu konzentrieren, aber mir fehlt da etwas. Irgendwie läuft es nicht.

Projekte habe ich mehr als genug. Momentan leider keinen befriedigenden Verleger, der mir in den Arsch tritt, dahinter.
Auch da: Ich starte 2014 mal wieder durch.

Und – aber jetzt nicht mehr dazu – die MaulHure ist wieder da!

Tägliche Telefonate mit meiner Frau.
Geht es ihr gut? Geht es ihr schlecht?
Ich sitze zuhause. Zur Untätigkeit verdammt. Hilflos.
Am Wochenende werde ich sie besuchen fahren.

Dezember. Natürlich habe ich körperlich zu kämpfen. Habe ich immer im Dezember. Habe ich ja eigentlich eh immer.
Gestern mit meiner Mutter und Schwester in einem chinesischen Restaurant: Es ist nicht lustig, wenn man in einem Restaurant mal wieder seine Schluckschwierigkeiten bekommt und sich Mühe geben muss, dass Essen nicht auszukotzen…
Macht keinen Spaß…



Bonusprogramm, Extraball, Freispiel, Verlängerung:
Wie immer ich es nenne, ich bin da drin und dran.
Das ist einerseits n Freifahrtschein, aber andererseits auch ne Verpflichtung, noch ne Zugabe zu liefern.
Ich sag mal so, ich mache mal ne Pinkelpause, bevor ich meinen Extraball zu einem neuen High-Score nutze.
Das wäre es doch, oder?




Früher haben meine Patienten ab und zu behauptet, ich hätte heilende Hände.
Oder meine Kraft und Ruhe würde zu ihnen rübergehen.
Those were the days, my friends…

Müsste ich eines Tages gepflegt werden (Göttin – bloß nicht!), dann wünschte ich mir einen Krankenpfleger, der zugibt, wenn er etwas nicht weiß.
Nicht einen oder eine, die mich mit Ratschlägen zutextet und einfach nur nervt.
„Kann ich Ihnen jetzt nicht sagen, ich guck mal nach, vielleicht finde ich was…“
Das war eine meiner Standardantworten.
Und ich habe dann nachgeguckt.

Genauso wichtig:
„Was und wie möchten Sie es?“
Die Frage stellen nicht alle PflegerInnen. Sondern machen einfach. Und sind oft zum Kotzen…

Aber eigentlich wünsche ich mir ne junge und knackige Schwesternschülerin.

Ich kenne alle Tricks, um PflegerInnen zur Weißglut und Verzweiflung zu bringen.
Das beruhigt mich. So schlecht es mir gehen sollte, ich kann mich wehren.

Zur Not scheiße ich absichtlich in die frisch gelegte Inkontinenzhose.


Was mache ich hier eigentlich?
Ich würde nie die Konsistenz meines Stuhlgangs posten. Auch mein Sex ist meine Sache. Eigentlich alles.
Ich hatte heute Nachmittag netten Besuch, aber ich muss, verdammte Scheiße, so was nicht über meinen Blog oder Facebook posten.
Und wie es mir oder meiner Frau geht, gehört nur bedingt in die Öffentlichkeit!
Ich habe mir angewöhnt, sehr offen und ehrlich die Hosen runterzulassen. Das ist okay. Ist auch irgendwie mein Stil.
Aber ich sollte meine Grenzen mal wieder enger setzen.
Facebook is a drug. Internet is a drug.
Ich bin für Drogen empfänglich.
Und sollte vorsichtiger werden.



Gute Nacht!





Freitag, 29. November 2013

Vinyl -Eine Liebeserklärung:



Vinyl!!!
Kratzer!!!

Passend zum heutigen Record Store Day machte ich mich auf und besorgte mir einen Plattenspieler von einer Freundin, die behauptet, ihn nicht mehr zu gebrauchen.
Als Dauerleihgabe sozusagen.

Passenderweise hatte sie auch noch ne Plattensammlung, bei der ich mich auch bedienen durfte (da waren einige Sachen dabei, die ich damals abgegeben habe, als ich auf CDs umstieg).

So.
Und jetzt geht es los!

Ich fange an mit Nick Cave – Live at KCRW.
Pünktlich rausgekommen und das erste Vinyl nach ca. zwanzig Jahren, das ich mir dann doch kaufen musste.
Die neuen Scheiben sind dicker und wesentlich schwerer, als die Schallplatten der damaligen Zeit.
Okay. Wollen wir mal schauen – nee – Quatsch: Wollen wir mal hören!

Mein Tinnitus stört und mein Hörvermögen ist nicht mehr das Beste. Trotzdem bilde ich mir ein, mehr Tiefe und Wärme rauszuhören.
Und diese Konzertaufnahme  ist eh total unschlagbar gut.

Und dann das Prozedere!
Ich halte das Album in meinen Händen, ziehe vorsichtig die Platte aus der Hülle, lege sie auf den Plattenspieler, säubere sie und lasse dann vorsichtig den Tonarm auf das Vinyl sinken. Und es geht los!
Nach ca. 20 Minuten dann umdrehen, danach die zweite Scheibe, immer wieder das Cover in den Händen.
Einfach schön!

Als zweite Platte greife ich zu Bob Mould – Workbook.
Bobs erstes Solo-Album nach Hüsker Dü. Aus unerklärlichen Gründen schleppe ich die Platte seit 1989 bei jedem Umzug mit.
Wow!
Kratzer!
Ich hatte ja erwartet, dass mich die Kratzer bei den alten Platten stören würden, aber erstens sind sie nicht so schlimm, wie ich dachte und zweitens untermalen sie eher die Musik. Zeigen mir meine damaligen Lieblingslieder und erzählen Geschichten.
Every picture tells a story – jeder Kratzer auch.
Wundervoll!
Und die Scheibe ist eh eines der Meisterwerke, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde…

Danach dann Cochise – Live. Funktioniert komischerweise heute Abend nicht.
Also Manderley – fliegt Gedanken, fliegt.
Die Vorläufer von Cochise lassen mich schweben und rufen die Erinnerungen an alte Zeiten zurück.

Und die Liste der Platten dieser Nacht ist noch sehr lang…

Zum ersten Mal seit 15 Jahren höre ich dann eine Aufnahme von mir.
Das war nicht leicht zu gehen“ von einer Dortmunder Compilation von 1999 (Unbekannte Elemente, Ottomatik 1999, Deck 8 Records). Habe ich damals mit einem Synthie-Freak aufgenommen. Und die Platte stand in meinem Archiv, da ich eben keinen Plattenspieler hatte.
Wow! Ich konnte damals noch lesen!
Ich muss das unbedingt digitalisieren und verbreiten, aber solche Sachen dauern bei mir unendlich lange…

Ich höre viel bewusster. Wenn ich einzelne Lieder hören möchte, dann muss ich aufstehen und die Nadel auf dieses Lied justieren.
Und höre am Knacken der Leerrillen, dass dies nicht zum ersten Mal geschieht.
Schwärm!

Highlight des Abends / der Nacht: Richie Havens – Portfolio.
Ein Schatz von 1973. Schön gemachtes Klappcover mit liebevollen Zeichnungen von Richie als Beilage.
Während ich die Platte höre betrachte ich die Zeichnungen. Und habe das Cover in den Händen. Und verschmelze mit der Musik. Der Gitarre und dem Gesang von Richie.
Auf CD hätte mich diese Scheibe nicht so berührt, als iTune oder MP3 auf dem Compi wäre sie wahrscheinlich irgendwann untergegangen.
Und dann die Kratzer!
Diese Platte lebt!
Seit 1973 (und damals habe ich Bernd Clüver gehört…).

Doch: Vinyl ist lebendiger. Und der Sound ist wärmer. Und da ist mehr Seele.
Und Kratzer und Knacken gehört dazu.

Meine ersten CDs habe ich vor 30 Jahren gehört.
In meiner Zivildienstzeit habe ich einen MS-Kranken Mann bis zu seinen Tod betreut.
Und der hatte diese neue Technik. Und ich war erstmal begeistert und hatte das Piano bei Sympathie fort he devil vorher nie so deutlich gehört. Ich kam nicht darauf, dass das auch an meiner scheiß Anlage liegen könnte…
Außerdem war es unkomplizierter und pflegeleichter und ich musste auch nicht so oft aufstehen, um die Platten umzudrehen.
Also CDs. Und die Cover-Kultur starb, außer bei unbezahlbaren Sondereditionen…
Und irgendwann dann der Computer und Musik über den Computer.
iTunes macht es leicht. Und ich habe mittlerweile meine meisten CDs digitalisiert und finde sie dort schnell, kann mit ein paar Fingerklicks Compilations erstellen und finde das auch okay. Aber die Seele wurde / wird nicht so tief berührt.

Vor ca. 20 Jahren verkaufte (ich brauchte jeden Pfennig) und verschenkte ich meine komplette Schallplattensammlung.
Vor ca. 3 Jahren fing ich immer mehr an, Schallplatten zu vermissen.
Jetzt habe ich wieder eine kleine Plattensammlung und einen Plattenspieler und schwebe zu Gil Scott-Heron – The Revolution will not be televised.
1974. Göttin! Da war ich elf Jahre alt! Und hatte keinerlei Ahnung…

Jetzt werde ich 50 Jahre alt. Und habe immer noch keinerlei Ahnung.
Aber habe das Vinyl für mich wieder entdeckt.

Natürlich werde ich weiterhin CDs hören, weiterhin Musik über meinen Compi laufen lassen.
Aber es wird immer öfters diese Momente geben, wo ich eine Platte aus dem Cover ziehe, sie vorsichtig auf den Plattenteller lege, kurz säubere und dann die Nadel senken lasse und in die Musik abtauche.

Ich bin hin und weg und lege jetzt Van Morrison auf, damals kaufte ich mir meine erste CD von ihm, jetzt funktioniert er auch auf Vinyl.
Mit noch mehr Seele…