Samstag, 23. März 2013

Rekonvaleszenz



Rekonvaleszenz


Hier sitze ich
schlapp am Schreibtisch

Rekonvaleszenz
kann verdammt nerven
und viel zu lange dauern
aber das ist
Jammern auf höchstem Niveau
solange überhaupt noch Rekonvaleszenz ist

Meine Frau umsorgt mich und unsere Hündin
und ich fühle mich schlecht
weil ich mich schlecht fühle
nichts geregelt kriege
und missmutig rumsitze
anstatt ihr zu helfen

Leben?
Demnächst wieder
Jetzt zählt nur  erholen
und das ist anstrengend

Der Kaffee schmeckt nicht
das Bier fließt nicht
selbst die Zigaretten
sind eher lästige Pflicht

Der Fernseher nervt
und die Musik kommt nicht an
aber ich schaffe es
zweimal für ein paar Minuten vor die Tür
und spüre
dass es aufwärts geht

Noch immer kein Frühling
und dieser Winter
hat stärkere Menschen als mich umgehauen

Da kannste nix machen
außer Geduld haben
und jammern

Geduld hatte ich noch nie
aber immerhin:
Jetzt habe ich wenigstens gejammert

Dienstag, 19. März 2013

Mir fällt nix ein, deshalb n paar Tipps...



Mir fällt nicht wirklich was ein. Deshalb mehr oder weniger hilfreiche Listen und Empfehlungen meinerseits.


Ich fang mal mit Musik an. Kommentarlos einfach nur die Rangliste der wichtigsten und besten Scheiben des ersten Quartals des Jahres:

1.    Nick Cave – Push the sky away
2.    Maurenbrecher – No Go
3.    Atoms for Peace – Amok
4.    David Bowie – The next day
5.    Eric Burdon – Til your river runs dry
6.    Depeche Mode – Delta Machine
7.    Selig – Magma
8.    New Order – Lost Sirens


Bücher, die ich empfehle und selber haben müsste (und natürlich erwähne ich die Neuerscheinungen meines Verlages an erster Stelle…).
Leider habe ich momentan keinerlei Kohle dafür, aber ich arbeite dran. Eine äußerst poetische und lyrische Liste, alles eher aus dem Untergrund und gerade deshalb beachtenswert:

Hermann Borgerding – Extraball - Acheron-Verlag
Ron Hard – HardStoff - Acheron-Verlag
Jerk Götterwind – Am Ende des Tages -  Songdog Verlag
Pablo Haller – Südwestwärts 1&2 - Gonzo-Verlag
Phillip Schiemann – Gnadenlos - Grupello Verlag, Ddorf
Susann Klossek – Der letzte große Bluff - Gonzo-Verlag

Liebe Leute, kauft bei den Autoren oder Verlagen!
Gerade bei Kleinstverlagen und geringen Auflagen ist jeder Euro für die Verleger und die Autoren wichtig. Der Buchhandel (und gerade amazon) würden massig Kohle schlucken. Das muss doch nicht sein! Und (falls erforderlich) die zusätzlichen Portokosten machen gerade mal ein Drittel Glas Bier in der Kneipe oder so.


Internet-Links:
Eigentlich denke ich ja immer, dass Ihr Euch Internet-Adressen auch selber raussuchen könnt. Egal, da ich gerade (viel zu langsam) meine Homepage erneuere und diese Links gesetzt habe, kann ich sie Euch auch so noch mal empfehlen.

- Acheron Verlag:
Mein neuer Verlag, bei dem die Tage auch mein neuer Gedichtband erscheint. Die Homepage wird gerade erneuert, in ein paar Tagen sicherlich empfehlenswert:

- Arnd Dünnebacke:
Wer meinen Blog öfters liest, der weiß, wie sehr ich diesen jungen Dichter schätze:

- Ron Hard:
Ende März erscheint „HardStoff“ beim Acheron Verlag.
Wütend, ehrlich, wahr:

- Jerk Götterwind:
Noch ein Social-Beat-Urgestein (HIHI! Endlich mal diese komische Formulierung für einen anderen Dichter und nicht für mich!). Poesie, wie ich sie liebe:

- Dirk Bernemann:
Muss ich was dazu schreiben? Hier sein Blog:

- Susann Klossek:
Diese Frau kann schreiben! Und wie! Ihre Kurzgeschichten sind gerade beim Gonzo-Verlag erschienen. Ich liebe ihre Gedichte. Und hier ihr Blog: http://nichtsundwiedernichts.blogspot.de/

- Eckhard Neuhoff:
Ein Schreiber, der uns schonungslos, offen und ehrlich an seiner Depression teilnehmen lässt. Sehr privat, lesens- und bedenkenswert: http://eckhardneuhoff.blogspot.de/

- Fledermaus:
Nicht nur für die Freunde der Horrorliteratur. Jörg Herbig at his best: http://www.fledermaus-zine.blogspot.de/

- Knutimbauch:
Ebenfalls von Jörg Herbig. Eine Sammlung kleiner Videos von Lesungen, Rezitationen und Gedichtinterpretation. Fast jede/r wichtige Protagonist des Underground ist hier zu finden:

- Thomas Reich:
Vielseitiger Dichter, für den diese Bezeichnung zu eng scheint: http://dirtydichter.blogspot.de/


Okay. Und wieder schlafen.

Ach ja:

Watch out for Lesungen:
am 11.04. in Darmstadt, am 02.05. mit Ron Hard und Torsten Büttner in der Bastion in Bochum, am 03.05. ne Wohnzimmerlesung mit Ron und Torsten.

Bis dahin gilt es fit zu werden…

Sonntag, 17. März 2013

Zuversichtliche Zustandsmeldung



„Früher war mehr Bukowski“?
Mag sein. Aber das machte es nicht besser.
Früher war der gute alte Mann angesagter, man konnte sogar noch mit ihm provozieren (oder dachte es zumindest). Heute kräht da kein Hahn mehr nach und das ist gut so: jetzt kann man sich auf sein Schaffen konzentrieren und die Tiefe und Wärme seiner Texte würdigen, oder aber – und das ist richtig geil – man kann seinen eigenen Stil finden.

Don’t get me wrong (Ich liebe Anglizismen…): Ich verehre Bukowski. Vor allem seine Gedichte.
Ich schätze auch seine Bedeutung für die Literatur – und hierbei insbesondere die deutsche Underground-Literatur.
Aber ich hasse alle, die seinen Stil kopierten (und gebe zu, dass ich dies in meinen Jugendjahren mit Sicherheit auch versucht habe…) und dabei nur doofe Scheiße produzierten. Statt eigener Authentizität pickelgesichtige Suff- und Fick-Fiktionen auf Papier brachten. Nee. So nicht.

Ich glaube, ich wiederhole mich. Egal. Manche Sachen kann man nicht oft genug schreiben.

Früher war mehr Bukowski?
Mag sein. Heute ist aber viel mehr möglich. Wir Schreiberlinge sollten unser eigenes Ding machen.

Ich scheiß auf Bukowski-Epigonen!


Zum Spital und der dämlichsten Darm-OP überhaupt nur ein paar Worte.
Ich habe es überstanden und das K-Wort ist nicht zurückgekommen. Oder doch: es ist plötzlich wie ein drohendes Schwert wieder allgegenwärtig über mir, dabei hatte ich es doch schon verdrängt. Egal. Damit muss ich leben.
Und freue mich über die Wärme und Zuneigung meiner Freunde.

Und werde das Spital und die OP in anderen Texten verwursten (Wurst – da braucht man doch auch Darm für, oder?)…


Soundtrack der Woche (Aber Hallo! Aber mindestens!) ist NO GO von Manfred Maurenbrecher. Keine Widerworte!


Noch immer kein Frühling.
Aber in meinem Herzen.


Ich kann heute nicht mehr.
Zwei Stunden am Schreibtisch täglich, durch Pausen unterbrochen, mehr ist momentan noch nicht drin.
Dazwischen Essen, Schlafen, Toilette. That’s all.
47 Kilo verlangen nach unbedingt mehr.
Ich bin jetzt Rekord-dürr, meine Muskeln sind beinahe verschwunden, nur mein Bauch: der ist geschwollen von den OP-Wunden.


Meine geliebte Frau ist auch krank. Nachwirkungen der fiesen Grippe und eine Collitus durch eine Antibiotika-Allergie hervorgerufen.
Wenn es einen erwischt, dann mindestens im Doppelpack.
Trotzdem umsorgt sie mich total lieb und hingebungsvoll.
Ich bin glücklich.


Und damit lasse ich Euch in die neue Woche kommen.
Wiedermal voller Zuversicht und Dankbarkeit.
Ich habe ja auch nicht über Politik, den Papst oder den VfL Bochum geschrieben…



Dienstag, 12. März 2013

Here comes the sun



Here comes the sun

Nee
Nicht wirklich
aber
Ich stehe langsam auf
lasse mir von Claudia beim Anziehen helfen
und von der Schwester abstöpseln
und dann geht es los
mit wackeligen Schritten
vom sechsten Stock
ins Erdgeschoss
und vor die Tür

Leben
das ist nur auf einer Seite der Tür
Auf der anderen ist Krankheit
und vielleicht sogar Linderung und Heilung
aber mit Sicherheit kein selbstbestimmtes Leben

Eine wirklich dämliche Darm-OP
und sieben Tage keine feste Nahrung und
- wirklich schlimm! – keine Getränke
dabei dann wirklich benötigte Schmerzmittel
und durch Infusionen und Schläuche ständig ans Bett gefesselt
Und jetzt geht es aufwärts
und Georg Harrison singt in meiner Seele

Leben ist endlich
Verdammte Scheiße
das wurde mir wieder ins Herz geblasen
Krebs hört nie auf
auch wenn er jetzt gar nix damit zu tun hat
Leben ist tödlich
wie rauchen, wie lieben, wie träumen, wie Rock’n’Roll
wie eben Leben

Es ist kalt
der Winter ist zurückgekommen
und zärtlich schiebt mich meine Frau
wieder in die Siechenanstalt
Sie spürt meinen Widerwillen und leichten Widerstand
aber ich nicke ihr zu

It’s allright

und verdammt nochmal
das ist es im Moment