Freitag, 9. Juni 2017

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Heute in einer Woche sind wir um diese Uhrzeit wahrscheinlich in der Nähe von Dijon.
Wenn mein Zeit- und Fahrplan aufgeht, was ich hoffe.
Und am nächsten Tag dann in Miami. (Ich wiederhole mich: Spanien, nicht Trumpland)
Die Vorfreude und die Nervosität steigen…

Die beste Frau der Welt und ich haben neue Badesachen, es kann also nichts mehr schiefgehen.
Was mir n bisschen Sorgen macht: Meine Frau scheint zu erwarten, dass ich mich auch ins Meer begebe! Ins Wasser! Schwimmen! ICH!!!
In meinem Leben vor dem Krebs habe ich das ja gerne gemacht, war sogar n recht guter Schwimmer (DLRG-Leistungsschein und so…), wenn auch nie besonders schnell, aber in meinem jetzigen Leben habe ich keinen Lippenschluss mehr, schlucke also massig Wasser oder muss immer den Kopf über Wasser halten. Und das hat mit meiner Art zu schwimmen wenig gemeinsam.
Also vermeide ich es.
Das ist ähnlich, wie bei dem Gitarre spielen und Singen: Es macht keinen Spaß mehr, wenn man es nur noch bedingt kann und früher wesentlich besser war und keine Chance hat, sich noch zu steigern.
Egal. Strand. Sonne. Berge. Und Miami.
Und endlich mal wieder Urlaub!

Ich werde berichten (die Ferienwohnung bietet W-Lan, ich hoffe, mein alter Lap spielt nochmal mit…).

Die Woche vor Urlaubsbeginn ist mit Organisationskram gefüllt. Die Aufräumaktionen im Haus minimieren wir und verschieben die großen Aufgaben auf nach dem Urlaub.
Erstmal müssen wir mit unseren Cents jonglieren, um das alles auch hinzukriegen. Eine Person weniger heißt, dass wir jetzt die Kosten durch drei teilen müssen, dafür ist aber auch eine Lebenslüge weniger an Bord…
Kriegen wir hin…

Ich nehme Urlaub-CDs auf.
Mixe, die die weltbeste Frau und ich während der Fahrt hören können.
Schwierig, da Frauen im Allgemeinen und meine Claudia im Besonderen keine Ahnung von Musik und einen komischen Geschmack haben. …

Aron ist in guten Händen (trotzdem: Urlaub ohne Hund ist irgendwie doof) und für meine Schwiegermutter haben wir alles eingeplant.
Es scheint ähnlich, als wenn wir ein Kleinkind bei uns hätten. Schwer, aber machbar.

Ich werde berichten…



Eigentlich wollte mich das KrankMachendeHaus, bzw. die Oberärztin und der Chefarzt, während des Urlaubs bestellen, um meine erst Zahnungs-OP klarzumachen. Habe ich dann auf Juli verschoben.
Schließlich warte ich jetzt über ein Jahr, da kann ein Monat länger nicht schaden. Und wir brauchen den Urlaub.
Aber dann geht es endlich los.
Bis ich da durch bin wird dauern und mir noch einiges an Geduld abverlangen.
Und Geduld habe ich verdammt wenig.
Aber ich schätze, dass ich in einem Jahr wieder sowas wie Zähne und n Gebiss habe.
Und da freue ich mich tierisch!



Literarisch werde ich in Kürze in zwei Anthologien erscheinen.
Eine über Lemmy und eine über Heimat und Lieblingsorte. Eine eher Underground, die andere für meine Verhältnisse sehr etabliert. Mein Spektrum ist weit und wird weiter. Finde ich gut (solange ich den Underground nicht vernachlässige!).
Aber auch hier (wie bei meiner Werbung für meine anderen Bücher) gilt:
Erst nach dem Urlaub!



Vor dem Urlaub noch der heutige Post.
Und vielleicht brennt mir ja in der kommenden Woche nochmal was unter den Fingern.

Aber eigentlich will ich mich erst wieder aus Spananien melden.



Sommer sollte schön sein!









Freitag, 2. Juni 2017

Spontane Reaktion zu Rock am Ring:




Ich weiß noch nichts,
sollte also in bestimmten Bereichen mein Maul halten

Was ich weiß:
„Rock am Ring“ ist groß
und jedes Jahr ne Riesenfeier
mir zu groß, aber ich kenne viele Menschen, die dort sind

Was ich weiß:
Die Bands wollen spielen
haben Bock auf „Rock am Ring“
und es gab da schon geile Auftritte
und Anflüge von Rockgeschichte

Was ich weiß:
Die Karten sind nicht billig
und viele Kids sparen ein Jahr für dieses Festival
und müssen lange planen

Letztes Jahr (2016) war das Wetter nicht planbar
Dumm gelaufen
Dieses Jahr wurde im Vorfeld schon alles Mögliche
gegen Terrorgefährdung unternommen
Vielleicht sogar zu viel

Trotzdem wurde jetzt unterbrochen
Und ich denke an die Menschen
die einfach nur feiern wollten
Und an die Bands
die einfach nur spielen wollten

Und jetzt ist da Schicht
Fuck

„Rock am Ring“
ist nicht mein Ding
aber
wenn das nicht läuft
gerät ein Teil meines Lebens aus den Fugen

Ich weiß noch nichts
sollte also mein Maul halten

Sage nur:
Fuck!

Funkstille?



Im Prinzip ist hier ja schon seit ca. einem Monat ziemliche Funkstille.
Diese wird sich bis zu unserem Urlaub fortsetzen: Wir malochen und atmen durch, ich habe keinen Nerv zu schreiben.
In zwei Wochen geht es dann nach Miami (Spananien) und vielleicht schaffe ich es dann ja, ab und zu einen Urlaubsblog zu posten.
Und danach will ich wieder loslegen.
Pausen können ja auch mal gut sein. Auch wenn der Anlass diesmal nicht gut ist…

Nix zu Musik und nix zu neuer Lyrik. Obwohl es da viel zu schreiben gäbe.
Ich habe im Moment keinerlei Ressourcen, um mit Leidenschaft zu hören und zu lesen.
Mein Kopf ist voll mit anderen Sachen, mein Körper geschwächt von Plackerei und COPD und Krebsfolgen. Ich gestehe, in dieser Stressphase lebe ich auch nicht besonders gesund und vernünftig. Rauche immer noch und trinke lieber Bier, als Schmerztabletten zu nehmen.

Wir entmüllen und entrümpeln weiterhin das Haus meiner Schwiegermutter. Und entdecken immer neuen Schwachsinn und neue Baustellen.
Und neben Hausmeister werde ich jetzt wohl auch noch Gärtner. Und Schließer, da wir ungenutzte Räume und den Keller immer abschließen müssen, um neues Chaos von Gisela zu minimieren.
Wohlgemerkt: Meine Frau mit einem kaputten Knie und ich mit 51 Kilo Kampfgewicht und meinen Behinderungen. Wohlgemerkt: Gisela immer dazwischen, die helfen will, aber eigentlich nur im Weg steht und zusätzlich getröstet werden muss.
Genießen kann das Ganze nur Aron, der endlich im Garten seine Freiheiten bekommt und sich dort jetzt überall niederlassen kann.

Trotzdem besteht ja massig Hoffnung. Trotzdem kann das Leben superschön sein.
Am Vatertag, hier im Münsterland Herrentag genannt, machten wir einen tollen Ausflug. Gute und liebe Bekannte hatten meine Schwiegermutter, Claudia und mich zu einer Kutschfahrt eingeladen. Hubert spannte seinen liebevoll restaurierten Traktor (wunderschöner Oldtimer!) vor die Kutsche, wir hatten einen Korb voller Getränke und dann ging es los.
Die Sonne schien. Die Gegend um Gescher ist wunderschön.
 Zum Beispiel so.
Oder wunderbares Wetter.
Hatten wir in letzter Zeit oft. Und ich habe Sonnenbrandanflüge, Körperbräune und Mückenstiche.

Heute zum Beispiel versuchten wir, zu entspannen.
Claudia durfte ausschlafen, ich machte für Gisela das Frühstück, versorgte sie halbwegs und sorgte unten für Ordnung. Dann nahm ich sie mit auf die erste Runde mit Aron und machte ihr dann noch einen Kaffee, um mich dann endlich meinem Frühstück zu widmen (da brauche ich Zeit und Ruhe).
In der Zwischenzeit konnte sich Claudia endlich mal in Ruhe fertigmachen.
Und durchatmen.
Und dann fuhr sie mit ihrer Mutter zum Drilandsee und ich hatte mal n bisschen Zeit, um mich an den Compi zu setzen und was zu regeln.
Okay, das ist der Idealfall, der auch heute nicht klappte, da wir drei Stunden zwischendurch die Brille von Gisela suchten. Ich fand sie schließlich ordentlich eingehängt in den Ästen eines Baumes im Garten…
Dann lecker Essen und noch ne entspannte Hunderunde und zwei Stunden einfach nur im Garten sitzen ohne zu malochen.
Es war sehr schön.
Und jetzt ist Abend und ich kann sogar noch diesen Blogeintrag schreiben.

Unser Urlaub in vierzehn Tagen wird spannend. Miami Platja in Spananien soll wunderschön und relativ leer sein. Das Appartement hatten wir schon vor einem halben Jahr gebucht (sind da allerdings noch von einem Urlaub zu viert ausgegangen…). Zu dritt sieht das alles etwas komplizierter aus: Es wird teurer, am Lenkrad können sich nur noch Claudia und ich abwechseln (wir wären eh die meiste Zeit gefahren…), wir haben Gisela weiterhin rund um die Uhr um uns.
Trotzdem wollten wir nicht verzichten.
Und da auch im Haus einiges getan werden muss, das wir erst nach dem Auszug des „Lebensgefährten“ festgestellt haben, drehen wir jetzt mal wieder jeden Cent um.
Und nehmen uns trotzdem diesen Urlaub: Nach fünf Jahren wird es mal wieder Zeit!

Mit den Dauerpinkelpausen (Gisela) werden wir wohl über 20 Stunden fahren, bis wir ankommen. Aber fliegen geht bei mir halt nicht.
Und den finanziellen Spagat kriegen wir auch irgendwie hin.

Nach dem Urlaub geht es ja weiter mit der wenigstens Halbwegs-Sanierung des Hauses und Gartens. Und mit meiner Zahnung. Und dem Verschlimmerungsantrag des Pflegegrades. Und Versicherungskram und so.

Ach ja: Ich habe da auch noch Bücher, die ich verkaufen will.
Und Bücher, die ich schreiben will.
Hätte ich beinahe vergessen…

Jetzt mache ich gleich auch wieder Schluss. Die Dusche wartet. Vielleicht überrede ich die Frauen ja noch, die letzte Hunderunde gemeinsam zu machen.
An Tagen wie heute ist alles möglich.
Und dann glaube ich auch wieder, dass wir das alles hinkriegen…

Anyway.
Vor dem Urlaub wollen wir wenigstens halbwegs Klarschiff ins Haus bringen. Um dann danach durchzustarten.
Und Claudia und ich müssen Gisela auffangen und mit der Trennung von ihrem „Lebensgefährten“ umgehen lernen.
Nebenbei plane ich die Fahrtroute und den Finanzplan.
Schreiben hat da momentan nur ne Nebenrolle.

Da ich aber merke, wie sehr mich das nervt, müssen wir das einfach alles besser organisiert kriegen.
Jetzt, im Urlaub, nach dem Urlaub.
Ich bin (halbwegs) optimistisch.
Und habe damit wohl auch meine Schreiblosigkeit der letzten Wochen und der kommenden Wochen erklärt.

Zu schreiben gäbe es ja wie immer Einiges.
Aber meine Gedanken und mein Herz kommen einfach nicht dazu.

Bleibt mir trotz meiner Pause treu!