Mittwoch, 21. Januar 2015

Ausgehöhlt, Jogginghose, Legida



Ich werde Euch demnächst nerven und mit Werbung zuschmeißen:
Im Februar wird „Ausgehöhlt – Im Krebsstrudel“ neu erscheinen. Bei RODNEYS UNDERGROUND PRESS.
Dann ist mein „Roman“ endlich wieder in Buchform zu haben.
Momentan durchläuft das Buch noch die Korrektur- und Lektoratsschlaufe, Jenzz entwirft ein neues Cover und wahrscheinlich kommt es dann zeitgleich mit der „MAULhURE#4“ raus – und die kann ich absolut empfehlen!



Sobald ich Umfang, Preis und konkreteres zum Erscheinungstag weiß gibt es hier Pressestimmen, Rezensionen und Werbung en masse.
Und Sonderaktionen für Vorbesteller.
Nur um Euch schon mal vorzuwarnen…


Jedes Buch und jeder Film sollte einen Soundtrack haben.
Hier der Soundtrack zu „Ausgehöhlt“:





»Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren« (Karl Lagerfeld).

Heute ist Weltjogginghosentag.
Zur Feier des Tages werde ich heute Nachmittag nach dem Einkauf in eine solche schlüpfen. Mich sieht ja niemand…

Heute ist auch „Legida“-Tag.
Eigentlich mag ich Leipzig. Und hoffe, heute Abend oder morgen voller Liebe und Stolz über Leipzig und seine Menschen schreiben zu können.
Allerdings habe ich doch schlimme Befürchtungen was heute Abend abgehen wird…

Hoffentlich geht das Ding nicht in die Hose. …




So.
Claudia fährt zur Arbeit, ich gehe einkaufen und werde danach in meine Jogginghose schlüpfen. Wünsche einen schönen Tag – trotz Legida…



Freitag, 16. Januar 2015

8 Tage später...



So.
Kräftig durchatmen.
Sowas wie die Rückkehr zur Normalität probieren.
Fällt schwer nach den letzten acht Tagen…

Paris?
Das Massaker an Charlie Hebdo?
Und warum trifft mich das tiefer, als viele andere Attentate und Morde?
Vielleicht, weil Paris irgendwie direkt vor der Haustür ist. Vielleicht weil Satiriker massakriert wurden und es damit direkt in den Nerv der Meinungsfreiheit trifft.
Vielleicht weil ich mich von dem medialen Hype halt auch anstecken lasse.
Ich vergesse nicht, dass Terrorismus weltweit tötet. Und zwar täglich.
Paris ist da ein Anschlag von vielen. Und wirft mich trotzdem stärker aus der Bahn.
Natürlich werden jetzt Europaweit Salafisten und Dschihadisten verhaftet. Aktionismus nach Attentaten ist eine normale Reaktion.

Natürlich werden Sicherheitsmaßnahmen verschärft und Freiheitsrechte weiter eingeschränkt.
Terror wird da immer gerne benutzt.

Ich habe Angst.
Nicht vor Terroristen.
Aber vor weiteren Beschränkungen der Freiheit. Und vor Polizisten und Soldaten, die mit entsicherter Waffe an jeder Ecke stehen, wie es jetzt schon in Paris der Fall ist.





In Saudi Arabien wird ein liberaler Blogger jeden Freitag mit 50 Peitschenhieben bestraft. Insgesamt sollen es tausend Peitschenhiebe werden. Ein Todesurteil in Raten, Folter inklusive.
Raif Badawi hat seine Kritik am Islam in seinem Blog veröffentlicht. Und ist damit von der Saudi-arabischen Justiz verurteilt worden, diese beruft sich auf den Islam. Und steht hinter einer autokratischen Monarchie, die man auch als Diktatur bezeichnen kann.
Und die von Dland unter anderem mit Waffen unterstützt wird.
Auch da bin ich sehr betroffen.
Und mir geht es nicht um die Religion, sondern um die Unmenschlichkeit, die auch hier im Namen der Religion verübt wird.



Khaled Idris Bahray floh aus Eritrea nach Deutschland. Und wurde nach Dresden geschickt. Dort musste er jeden Montag voller Angst mitkriegen, wie Ausländerhass propagiert und von einem dummen Mob auf die Straße getragen wurde. Den letzten Montag hat er nicht überlebt. Er wurde erstochen.
Täglich sterben Menschen, auch gewaltsam. Trotzdem macht mich dieser Tod wütender, als manch anderer: Weil die Polizei wieder einmal verschleiert und nachlässig ermittelt. Es war ja nur ein Asylbewerber. Und ein politischer Hintergrund scheidet erst mal aus (obwohl an die Wohnungstür Hakenkreuze gemalt wurden). Ich könnte kotzen!






Ich hasse Montage.
Schon immer.
Seitdem in Dresden die Dummheit auf die Straße geht noch mehr.
Jeden Montag gucke ich auf die Zahlen der pegida-Penner und kriege das Kotzen.
Zum Glück lässt der Rest der Republik mich etwas hoffen, aber bei der Übermacht der Gegendemonstranten darf ich nicht vergessen, dass da überall potentielle Faschisten auf der Straße sind.

Aber das ist ja eigentlich nichts Neues:
Als ich noch Taxifahrer war fand ich die Montage besonders schlimm.
Frustriert besoffen sich die Stammtischfaschisten an ihren Stammtischen und kotzten mich mit ihrem dummen Gelaber bei den Taxifahrten an.
Montags waren sie besonders aggressiv. Vielleicht, aus Frust, dass das Wochenende vorbei ist.
Hat das Entstehen des pegida-Schwachsinns was damit zu tun, dass in den Kneipen Rauchverbot herrscht und die Stammtische ausgestorben sind?








Musik!
Götz Widmann, Olli Schulz, Dan Mangan. Thorsten Nesch.
Marilyn Manson. Aber keine weiteren Sätze dazu. Kann ich momentan nicht…




Die Flaschen habe ich umgedreht.
Bierpause. Durchatmen.
„Ausgehöhlt“ korrigieren, Mails und Pläne. All das.
Täglich Regen oder Sturm nerven. Zusätzlich.




Seit Anfang des Jahres wird Claudia als Reinigungskraft ausgebeutet.
Für eine Firma putzt sie alleine einen Bereich einer Schule und eine Volksbankfiliale. Jeweils pauschal 1-3/4 Stunde. Was natürlich nicht zu schaffen ist. Mangelhafte Einweisung, ungenügendes Putzmaterial, natürlich wird guter Einsatz und gutes Ergebnis erwartet. Dabei ein Hungerlohn, aber zumindest eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
Fuck.
Wir trösten uns damit, dass es nur ein Übergang ist.
Aber Altentherapeuten werden nicht eingestellt. Überqualifiziert und zu teuer. Die Betreuung von Demenzerkrankten Menschen übernehmen unqualifizierte billige Kräfte. So ist das in der deutschen Pflegerealität.
Trotzdem: noch geben wir die Hoffnung nicht auf.
Und vielleicht verdiene ich ja irgendwann auch mal irgendwas mit der Schreiberei. Was anderes kann ich halt nicht…




Okay.
Angst vor den nächsten Nachrichten.
Angst vor der nächsten Schweinerei, aber die fallen bei all der Scheiße um uns herum ja gar nicht mehr auf.

Mir fällt nix mehr ein…

Freitag, 9. Januar 2015

I love Paris



Meine spontanen Äußerungen zu Paris:


Ich habe keine Angst vor Terroristen.
Ich habe Angst vor Politikern, die den Terrorismus zumindest indirekt fördern durch eine Politik der Unterdrückung und des Hasses.
Ich habe Angst vor den Mächtigen dieser Welt.
Ich habe Angst vor Hasspredigern, fundamentalistischen Relidioten, egal welcher Religion.
Ich habe Angst vor denen, die den Wahnsinn der Terroristen nutzen, um die Freiheitsrechte noch weiter zu beschneiden, die Todesstrafe zu fordern oder unsinnige Ängste zu fördern und zu missbrauchen.

Ich habe Angst, dass wir bei all der Scheiße vergessen zu lachen und uns an der Musik zu erfreuen.
Dann haben wir verloren.

Terroristen sind Arschlöcher.
Der Überzeugung bin ich schon lange. Und die Zeiten, wo ich die RAF glorifiziert habe sind lange vorbei.
Auch die Menschen der RAF waren Arschlöcher.

Terroristen sind keine Revolutionäre.
Sie fördern durch ihre Attentate repressive Strukturen (wollen das ja auch teilweise, so ein Blödsinn, wie den Staat als faschistisch entlarven, um die Revolution voranzutreiben oder so…) und für mich sind sie einfach Unmenschen und Faschisten.

Mir ist es scheißegal, ob die Terroristen Islamisten, Palästinenser, Israelis, Kurden, Nazis, Protestanten, Kurden, Katholiken, Nazis, Faschos oder angebliche Anarchisten sind:
Terroristen bleiben für mich Arschlöcher!

Aber ich habe keine Angst vor ihnen.



Nein: Ich bin nicht Charlie.
Ich bin nicht abgeschlachtet worden.
Ich war noch nie ein begnadeter Satiriker und ich beschäftige mich selten mit Religionskritik, weil mir die Religionen eigentlich am Arsch vorbeigehen (solange sie mich in Ruhe lassen).
Ich weiß auch nicht, ob ich den Mut dieser Menschen aufgebracht hätte, trotz immer neuer Bedrohungen einfach weiterzumachen. Ich hoffe es, aber ich weiß es nicht.

Doch: Ich bin Charlie.
Ich halte die Meinungs- und Pressefreiheit für eines der wichtigsten Güter der Demokratie. Auch wenn sie oft schon beschnitten wird.
Ich liebe Satire und ich finde, Satire darf alles, auch beleidigen oder niedermachen. Vor allem Macht oder Religion (oft gleichbedeutend).
Was für ein erbärmlicher Gott wäre einer, der sich in seiner Allmacht von Satirikern bedroht fühlt!

Ich finde es schade, dass die Satire in Dland (ich erinnere an Wolfgang Neuss, der auch nicht immer geschmackvoll war) (ich erinnere an den Meister Dieter Hildebrandt) (ich erinnere an „Pardon“ vor zwanzig oder mehr Jahren) immer mehr verkommt und oft durch platte Comedy ersetzt wird. Comedy, die sich über Menschen und menschliche Schwächen lustig macht, aber nur noch selten in die Tiefe geht.
Comedy brauche ich nicht. Satire ist das Salz in der Suppe.
Göttin sei gedankt für den POSTILLON!!!

Doch.
JE SUIS CHARLIE.
Ich glaube, ich habe begründet, warum.



Noch sind da so viele Fragen offen, schon tauchen die ersten Ungereimtheiten auf, die Verschwörungstheoretikern Tür und Tor öffnen.
Ich halte da einfach mal mein Maul.
Ich weiß es nicht.
Und ich bin zu betroffen, um dieses Attentat in meine Weltanschauung einzubinden und auszuschlachten.
pegida, afd, die Le Pen und die CSU sind da leider anderer Meinung.
Leider auch einige Linke oder Anarchisten, die sofort von einer „false attac“ schreiben.
Ach Leute – Kacke! Schnauze halten!



In diesen Tagen bin ich ein Pariser.
Allerdings ziemlich durchlöchert.


Ich zitiere jetzt mal einen meiner Facebook-Freunde.
Weil dieses Zitat voll meine Empfindung und Meinung wiederspiegelt:

„Das junge schulmädchen das in paris im regen kniete ...stunden und immer wieder in ihr heft schrieb....tinte muss fliessen, nicht blut...hat mich wirklich zu tränen gerührt....diese menschen bräuchten wir überall und nicht vereinzelt...“
Michael G. Symolka

Dem ist nichts hinzuzufügen…






Es fällt mir schwer, zu anderen Themen und Gedanken umzuschwenken.
Aber ich finde, das ist verdammt nochmal nötig!
Ich probiere es mal:

Musik!
Mich hat es gepackt.
Und ich bin auf eine Vinyl-Gruppe bei Facebook gelandet und angefixt.
So läuft mein Plattenspieler momentan heiß mit Nostalgiefeelings, die ich da befriedigen konnte.
Raindogs von Tom Waits endlich wieder auf Vinyl!
Alice Cooper!
Bursting Out von Jethro Tull (nicht wirklich gut, aber mit so vielen Erinnerungen verknüpft…)!
Demnächst die BloodSugarSex&Magic von den Peppers!
Endlich die erste Conditors-LP und das erste Freiberg-Solo!
Dazu dann noch Dan Mangan, Marilyn Manson und (Ralf sei Dank) Arcade Fire und FEE (Jawohl! FEE!!!).
Die neue Olli Schulz und die neue Peter Hammill müssen warten…




Irgendwas passiert in Paris…
Ich kann mich nicht konzentrieren…


Die Bücher habe ich alle losgeschickt.
Aber hier auf dem Dorf und hier im Land kann das schon mal dauern…


MAULhURE#4 liegt schon beinahe in den Wehen.
Das Coverbild scheint zu stehen.
Wird geil!




Wir schalten live nach Paris…
Prost…
Schluck…

Dienstag, 6. Januar 2015

Ausverkauf, Kerstens Empfehlung: Camille O'Sullivan, Vinyl!



AUSVERKAUF!

Das Ding war ja längst vergriffen und weg. Und jetzt hat der gute Rodney den Dachboden seiner Mutter aufgeräumt und noch zwei Kisten gefunden. Und eine davon habe ich jetzt:
"Seifenblasen im Schädel" erschien 1998 im Unser Forum Verlag.
95 Seiten mit Gedichten und Kurzprosa von mir aus meinen jungen Jahren.
Ich find die Dinger mittlerweile gar nicht so schlecht (nur das Buchcover ist ausgesprochen hässlich).
Zur Feier des Tages verschenke ich nun zehn Exemplare für 3,-€ inklusive Porto. Einfach ne Mail mit Adresse an mich schreiben (hermann.borgerding@gmail.com)...
Bitte schön!



Ansonsten habe ich noch Restexemplare vom „ExtraBall“ (Gedichte 2013, 110 Seiten, 9,90€).
Wer den ExtraBall bestellt bekommt einmal Seifenblasen dazugepackt.

Und n paarmal ist die MAULhURE#3 (Stories.Poems.Lyrik – Anthologie 114 Seiten, 7,95€) noch zu haben.

Und demnächst gibt es hier wieder den LaborBefund#7: Autorenheft Hermann Borgerding (40 Seiten 3,00€).

Jeweils + 1,45€ Porto.
Über Mail (s.o.) zu bestellen.


Und dann kommen ja bald neue Sachen.
Ich erscheine ab sofort exklusiv bei RUP.
„Ausgehöhlt“ wird neu aufgelegt. Und die zweite Auflage von „Auf Papier gebloggt“ erscheint. Und dann als Krönung „Auf Papier gebloggt 2014“ – ne Zusammenfassung meiner Blogs und Gedichte des letzten Jahres. Und das setze ich dann (bei halbwegs Interesse) jedes Jahr fort.
Außerdem erscheine ich in ein paar Anthologien und Zeitschriften, die „Rock’n’Roll Notizen“ sind noch in der Schwangerschaftsphase und eigentlich könnte ich ja mal ne Fiction oder einen neuen Gedichtband liefern…
Lasst Euch überraschen!



Es ist ja immer gut, Freunde zu haben.
Kersten Flenter ist ein guter Freund über die Jahre hinweg (auch wenn ich auf seine fantastische Bühnenpräsentation einfach nur neidisch bin) und ich bin stolz, so einen Dichter und Autoren Freund nennen zu dürfen.
Unvergesslich unser gemeinsamer Ausflug nach Paris zum Tom Waits Konzert!
Musikalisch brachte er mich auf Kris Demeanor und Geoff Berner, ohne Kersten wären diese beiden Musiker wohl an mir vorbei gegangen.
Und jetzt: Camille O’Sullivan!
Was für eine Stimme! Tolle Arrangements!
Selten wurden die Lieder von zum Beispiel Nick Cave, David Bowie, Jaques Brel oder Tom Waits besser gecovert!
Tori Amos fällt mir ein, Andrea Schroeder – und jetzt eben auch Camille O‘Sullivan.
Danke Kersten! Und hiermit gebe ich den Geheimtipp liebend gerne weiter!



Hey Mr. Postman!
Ich erwarte ein Paket von einem Freund mit massig CDs und einer Vinyl-Überraschung.
Ich erwarte die neue Marilyn Manson und Dan Mangan.
Ich erwarte ein Paket mit Alice Cooper und Jethro Tull.
Ich erwarte die Raindogs von Tom Waits.
Alles Tausch- oder Neujahrsschnäppchen.
Mein Plattenspieler wird bald heiß laufen.
Aber das macht er ja eh schon…



Generell haben sich meine Musihörgewohnheiten doch radikal verändert:
- Radio höre ich fast gar nicht mehr, törnt mich ab, zu viel Scheiße.
- Tapes habe ich aus meinem Leben verdammt (Habe aber jetzt ein Gerät gefunden, dass zumindest noch Tapes spielt, so werde ich demnächst Marvin Chlada genießen können…).
- iTunes oder MP3 laufen fast ununterbrochen über den Compi. Als Backgroundmusik. Und dann schon bewusst von mir ausgewählt und trotzdem eher im Hintergrund dudelnd.
- YouTube nutze ich selten, wenn, dann für Konzertaufnahmen oder irgendwelche Raritäten, an die ich mich dann gerade erinnere und die ich dort fast alle finde.
- CDs sind merkwürdigerweise völlig in den Hintergrund geraten.
- Wenn ich intensiv und laut Musik höre, dann lege ich Schallplatten auf.
Vinyl ist einfach mein Ding.
Und ich trete mir immer mehr in den Arsch, dass ich damals meine Plattensammlung aufgelöst habe, um auf CDs umzusteigen.
Na ja, mittlerweile habe ich wieder ne kleine akzeptable Plattensammlung. Und sie wird wachsen (ich kann da nicht anders).



Wie es hier in Ottenstein läuft?
Es wird nicht langweilig. Und ist aufreibend.
Mehr (vielleicht) demnächst.
Ich hatte gerade einen langen Absatz geschrieben, den ich dann doch wieder gelöscht habe, weil ich nicht allzu persönlich werden will.
Mir geht es gut.
Und ich komme wieder dazu, zu schreiben und mich um den Kram zu kümmern.
Alles Weitere ginge dann doch zu tief.
Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen…



Und damit wünsche ich ne Gute Nacht!