Donnerstag, 14. Februar 2013

Zum gestrigen Geburtstag von Peter Gabriel



Zum Geburtstag von Peter Gabriel stelle ich mal nen Auszug aus meinen Roman „Ausgehöhlt“ in diesen Blog.
So habe ich Peter erlebt und ich würde ihn gerne auf seiner diesjährigen Tour wieder erleben, aber die Konzertpreise sind unerschwinglich und ich finde, irgendwann muss man sich dieser Wahnsinnspreise auch verweigern:

Es ist Mitte Juni im Jahr des Krebses. Thomas, Anne, Jürgen und Susanne holen mich ab. Ich habe eine lange Unterhose an, drei Sweat-Shirts übereinander und noch meine Lederjacke. Dazu meinen schwarzen Stetson, den mir Anne vor zwei Monaten geschenkt hat, da ich eigentlich keine Sonnenbestrahlung haben darf. Es ist 18.00 Uhr und wir fahren nach Gelsenkirchen zum Amphitheater. Peter Gabriel gibt sich die Ehre.
Ich verfolge Peters Meisterwerke seit seiner Zeit als Frontmann bei Genesis, damals, als sie noch Musik machten. Mehrere Konzerte von ihm bleiben mir in ewiger Erinnerung. Zusammen mit Tony Levine und David Rhodes beschert  er uns wahnsinnig geile Songs und Rhythmen, die mich seit langem schweben lassen. So war mir klar, als ich zum ersten Mal von diesem Konzert in Gelsenkirchen las, dass ich hier mein Konzertbesucher-Comeback probieren werde.
Auf dem Weg zum Amphitheater bewölkt es sich bedrohlich. Als wir den Bulli von Thomas parken, beginnt es zu donnern und die ersten Tropfen fallen. Die Schlange vor dem Einlass ist lang, es beginnt ein tierischer Gewitterschauer. Ich bekomme Angst, entschuldige mich und verkrieche mich erstmal wieder in den trockenen Bulli. Nach einer halben Stunde hört das Gewitter auf und ich begebe mich zu meinen Freunden, die in der Schlange schon weit nach vorne gekommen sind. Kurze Zeit später können wir das Gelände betreten.
Das Amphitheater Gelsenkirchen liegt direkt am Rhein-Herne Kanal. Auf den Betonstufen (und fürsorglich, wie ich momentan manchmal bin, habe ich ein Kissen dabei…) sitzt man im Halbkreis und blickt auf die Bühne und den Kanal. Äußerst idyllisch das Ganze.
Ich zittere, mir ist wie immer kalt. Ich bin nervös: Werde ich angestarrt? Kann ich durchhalten?  Meine Freunde geben mir Sicherheit und Geborgenheit und schließen mich in ihrer Mitte ein. Natürlich ist gerade heute mein Kopfrauschen wieder extrem. Scheiß drauf!
Die Vorgruppe fließt an mir vorbei. Spürbar steigt die Erwartung des Publikums. Und dann kommt endlich Peter.
Die Konzerte von ihm, die ich bisher erleben durfte, waren alle von technischen Spielereien und Gimmicks umgeben. Peter Gabriel spielt nicht nur seine Lieder, er bietet eine visuelle Show der Extraklasse. Auf dieser Tour, die er selber als „Warm-Up-Tour“ bezeichnet, ist dies eingeschränkt. Blaues, tiefes Laserlicht in einer Art Lichtgitter: That’s all.
Und das ist verdammt gut und passend in dieser Umgebung. Die ersten fünf Lieder bin ich nicht hundert Prozent bei der Sache. Mein Tinnitus nervt mich doch extrem und ich habe das Gefühl, dass der Sound nicht ganz stimmt. Die Gitarren von David und der Bass von Tony dringen nicht voll zu mir durch, das Schlagzeugspiel überzeugt mich nicht. Ich erinnere mich an die Konzerte mit Manu Katche am Schlagzeug und das war unschlagbar. Die ersten Gänsehäute beschert mir Peter dann mit „Washing of the water“. Ein Stück, wie extra für dieses Gelände und mein Feeling geschrieben. Und die Stimme von Peter Gabriel erreicht die Höhen, spielt mit der Melodie und lässt mich schweben.
Ab jetzt wird es einfach wunderbar. Bei „Blood of Eden“ meine ersten Tränen. Und Gabriel spielt wahrhaftig „Moribund The Burgermaster“ von seiner ersten Soloplatte! „Family Snapshot“ singt er auf Deutsch und natürlich verstehe ich kein einziges Wort, was aber völlig egal ist.
Kurze Atempause, während seine Tochter Melanie singt. Okay, das ist seine Tochter. Aber trotzdem hat sie nicht sein Format. Aber dann: „I Grieve“!

“it was only one hour ago
it was all so different then
nothing yet has really sunk in
looks like it always did
this flesh and bone
its just the way that we are tied in
but there’s no-one home

i grieve for you
you leave me
'so hard to move on
still loving what’s gone
they say life carries on
carries on and on and on

the news that truly shocks is the empty empty page
while the final rattle rocks its empty empty cage
and i can’t handle this

i grieve for you
you leave me

let it out and move on
missing what’s gone
they say life carries on
they say life carries on and on and on

life carries on
in the people i meet
in everyone that's out on the street
in all the dogs and cats
in the flies and rats
in the rot and the rust
in the ashes and the dust
life carries on and on and on and on
life carries on and on and on

it’s just the car that we ride in
the home we reside in
the face that we hide in
the way we are tied in
life carries on and on and on and on
life carries on and on and on

did i dream this belief?
or did i believe this dream?
now i will find relief
i grieve“

Ich habe das Gefühl, als würde Peter Gabriel für mich singen. Ich habe das Gefühl, als würde Peter über mich singen. Natürlich völliger Blödsinn. Aber schön.
Innerlich singe ich mit. „I grieve“ – ich trauere. Ich trauere um meine Gesundheit, ich trauere um meinen Oberkiefer, ich trauere um meine Zähne. Ich trauere, weil ich nie mehr laut singen kann. Ich trauere, weil ich kaum noch tanzen kann. Ich trauere, weil ich wahrscheinlich nie mehr unbeschwerte Körperlichkeit erleben werde. Ja. Ich meine Sex.  Aber: „Live carries on and on…“
Ich weine. Die Tränen fließen und ich versuche, dass zu verbergen. Anne nickt mir zu, zwinkert mit den Augen.
Es ist okay. Es ist wunderschön. Das Leben geht weiter.

Melanie Gabriel, Angie Port, Richard Evans, Jed Linch, vor allem David Rhodes und Tony Levine begleiten den Meister perfekt. Klar, man merkt, dass dieses Programm, das die Zuschauer selbst auswählen durften, noch nicht hundertprozentig eingespielt ist, aber das ist völlig Wurst. Und dann als letztes Stück und als Höhepunkt „Lay your hands on me“ und nach dem Stück singen wir das alle und holen Peter zu den obligatorischen Zugaben wieder auf die Bühne. Natürlich „Solsbury Hill“, natürlich „Sledge Hammer“ und ganz am Ende dann mein Highlight „In your eyes“. Das Publikum steht und tanzt und wahrhaftig: Es ist ungelenk und tut weh, aber ich tanze auch.
Nach über zwei Stunden habe ich es überlebt und falle völlig kaputt in Thomas Bulli.

Ich bin wieder einen Schritt weiter zurück im Leben. Musik und Konzerte sind mein Salz des Lebens. Unverzichtbar. Und wenn auch schwerlich, es geht. Und Peter Gabriel ist ein absolut würdiger Mensch und Musiker für mein Comeback. Danke Peter! Ich lebe! Und das Leben ist wunderbar.
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Donnerstag, 7. Februar 2013

Helau! Und diesmal ein Gastbeitrag, passenderweise eine Satire



Helau! Alaf! Kamelle!
Oder so.
Habe ich nix mit am Hut. Ich trage meine Narrenkappe das ganze Jahr über und werde sie mein Leben lang nicht mehr abnehmen. Ich brauche keine „tollen Tage“ um über die Stränge zu schlagen und ich will nicht karnevalsmotivierten Sexismus ausleben – da lobe ich mir eher meine ständig gelebten Chauvinismen – und meinen Respekt vor den Menschen und damit auch den Frauen.
Bleibt mir weg damit (auch wenn ich gestern Besuch von einem gebürtigen Bonner hatte, der auf Karneval abfährt – by the way: ein sehr netter Abend!).

Ich hab nix Neues, mir fällt nix ein.
Da trifft es sich, dass Rolf Wienhusen mir vorgestern einen Text geschickt hat, den ich dann doch witzig finde und den ich hiermit in meinem Blog veröffentliche (das bleibt aber ne Ausnahme, genau wie der Adventskalender – generell veröffentliche ich hier meine Sachen…):

Rolf Wienhusen
„Kleine Satire zum Thema Prostitution:
Stells in deinen Blog, wenn sie dir gefallen sollte :


Sin City

Interview aus der Vereinszeitung "Rammlerfreude" des Kaninchenzuchtvereins "Schwarze Pfote - Erinville/End"

Interviewer ist Johan van der Lubbe, in dessen bewährten Händen die Pressearbeit von "Schwarze Pfote" liegt.
Befragt wurde Anfisa Pickleboob, 39, Vorstandssprecherin der internationalen Hordell-Kette "Best Lüstern-Inc"

Frage van der Lubbe (vdL): Madame Anfisa ,was bitte ist eine Hordell-Kette?

Anfisa Pickleboob(AP): Mit seinen internationalen Niederlassungen ist "Best Lüstern" im
wesentlichen ein Übernachtungs- und Beherbungsunternehmen mit einer Palette besonderer Zusatzleistungen ...

vdL: Sie meinen käufliche Liebe ?

AP: Jetzt schminken Sie sich mal ihr Kirchentagsvokabular ab. Liebe ist nicht käuflich!
Bei "Best Lüstern" geht es um gewerblich organisierte Triebabfuhr. Die Beteiligten lieben
einander nicht, sondern tauschen aus: eine biologische Dienstleistung gegen das allgemein
umläufige Wertäquivalent ...

vdL: ... also gegen Geld ...

AP: ... Sie sind ja eine richtige Blitzbirne ! Im Angebotspaket von "Best Lüstern" ist dieses
Element ...

vdL: ... der käufliche Geschlechtsverkehr ...

AP: ... schon besser, Herr van der Lubbe ..., ist dieses Element nur ein Teil der ge-
samten Dienstleistungen wie Beherbergung, Escort-Service, Bewirtung,Entertainment,
Wellness, Billard, Bowling und Wassertreten ...

vdL: Madame Anfisa, das hier ist ein Interview. Ich nehme keine Inserate auf.

AP: Sie haben gefragt, Johan, was also ....?

vdL: Und ich frage weiter. Was hat Ihr Unternehmen ausgerechnet nach Erinville geführt ?

AP: Na ja, zunächst fanden unsere ... äh... Analysten die wirtschaftlichen Kenn-
daten dieser Kommune nicht so prickelnd, aber ein Flächenpreis von 3 Euro ... äh
69 Cent pro Tag und angefangene 10 Quadratmeter für unseren Kernbereich ist
definitiv kapitalsexy. Zudem kommt ein profitabler Umlandeinzug hinzu.
Ausserdem ist Erinville ein ziemlich verschlafenes Nest, was dann unserer
Unternehmensphilosophie im Beherbergungsbereich deutlich entgegenkommt.

vdL: Und das Bumsen ...? !

AP: Aber Johan! Der von Ihnen so despektierlich erwähnte Gewerbezweig ist in
allen grossen Kommunen zu allen Zeiten ein erheblicher Wirtschaftsfaktor gewe-
sen. Wo Umsätze erzielt werden, fallen Steuern an. Wo Einnahmen erlöst werden,
fallen Abgaben an. Das ist so neu nicht. Das alte horizontale Gewerbe schafft an,
und das nicht ganz so alte vertikale Gewerbe legalisiert die fiskalischen Zugriffe.
Die normgebenden Körperschaften entdecken zunehmend ihre Lust an der Sex-
steuer.

vdL: Lust und Sex , das sind ja jetzt meine .... äh ... Stichwörter. Glauben Sie
nicht, dass sich "Best Lüstern" in einer moralischen Grauzone bewegt ?

AP: Sagen Sie mir, was das ist ?! Wir verkaufen keine Panzer und U-Boote,
wir verleihen kein Geld, auf unserem Firmengelände wird kein Strahlungsmüll
zwischenendgelagert und wir beliefern die Bevölkerung nicht mit vergammeltem
Fleisch !! Herr van der Lubbe, sagen Sie mir bitte , was das ist, eine moralische
Grauzone und wer , bitte , bewegt sich darin ?

vdL: Von "Best Lüstern" und seinem Personal gehen also keine Gefahren für das
Sozialgefüge von Erinville aus ?
 
AP: Oh wir bedrohen schon , wir bedrohen die Absatzstrategien der Pharma-
Industrie, die sich mit "standfest&steinhart" und ähnlichen Stützpräparaten eine
sprudelnde Geldquelle erschlossen hat. Unsere Mitarbeiterinnen sind mit jedem
ihrer Gramme Körpergewicht auf natürlichste Weise potenzfördernd ohne die
geringsten Nebenwirkungen für Herz und Leber. Wir bedrohen niemandes Privat-
leben, aber wir bedrohen diese Libido-Spitäler, auch eigene 4 Wände genannt, in
denen langjähriges Siechtum jegliche erotische Substanz neutralisiert hat. Wir
wiederbeleben sozusagen mindestens einen der Ehebrocken. Kollateralfreuden
sind nicht ausgeschlossen.

vdL: Madame Anfisa, wir danken Ihnen für dieses Gespräch :!



Ich hatte echt Spaß beim Schreiben, glaub mir .“

Danke Rolf.
Und ich hatte Spaß beim Lesen!
Warum muss ich bei diesem Text bloß irgendwie immer an Castrop-Rauxel denken?


Dienstag, 5. Februar 2013

Wollt ihr Untergangsstimmung?



Wollt ihr Untergangsstimmung?


Ich weiß nicht
wie es mit mir weitergeht
und ich weiß nicht
wie es in diesem Land weitergeht
Ich weiß noch weniger
wie es auf dieser Welt weitergeht
Fragt mich nicht

Ich befürchte das Schlimmste
Suche meinen Optimismus
und finde ihn immer seltener
außer bei meiner Liebe
und selbst die leidet unter den Umständen
So ist das nun mal
heutzutage
und vielleicht schon immer

Eines ist sicher:
So kann es nicht weitergehen
Aber
das wissen wir eigentlich seit dem Beginn der Industrialisierung
und ich bin mir nicht sicher
ob es davor besser war

Menschheit
Eine Geschichte der Selbstzerstörungen
Naturausbeutungen, Verarschungen

Gescheiterte Utopien
zerstörte Träume
bleibende Alpträume

Ich habe Angst
Ich habe wenig Hoffnung
Und bin froh
keine Nachkommen zu haben
die unsere Scheiße weiter ausbaden müssen

Revolution?
Hat das in D-land schon mal was gebracht?
Hat das eh überhaupt schon mal wirklich dauerhaft was gebracht?

Nein
Ich weiß kein besseres Land
vielleicht Venezuela oder Kuba
aber ich will die nicht verherrlichen
und habe zu wenig Ahnung

Ja
Ich träume von Freiheit und Liebe
Anarchie – Gefühlsanarchie
aber ich verabscheue Doktrinen
und mir ist es scheißegal
welchen Namen die Utopien einer besseren Welt haben sollen

Hier und jetzt
in dieser Welt
ist Krieg
Irgendwo immer

Hier und jetzt
geht die Natur den Bach runter
und die Evolution
geht in Richtung Untergang

Hier und jetzt und weltweit
sind die Mächtigen nicht greifbar
Die Politiker sind Marionetten
der Banken, Wirtschaftsbonzen und
der Mafia
(okay: eine Metapher für das Böse)

Hier und jetzt und weltweit
verbreiten Fundamentalisten und Religionseiferer Schrecken
sie sitzen auch im Vatikan,
nicht nur in islamischen Einzugsgebieten

Ich habe keine Angst vor Terroristen
Ich habe Angst
vor denen
die Terroristentum auslösen

Ich weiß
dass es so nicht weitergehen kann
Wachstum ohne Ende kann nicht funktionieren
Ich weiß
dass der Tanz auf dem Vulkan in der Nachspielzeit angelangt ist
und der letzte Knall irgendwie irgendwann kommt

Vielleicht überlebe ich das alles noch
Ich habe über die Hälfte meiner Lebenserwartung überschritten
Mir kann es egal sein
Statistisch bin ich sowieso längst gestorben

Kontoauszüge, Rentenscheiße
all so was erscheint plötzlich als Kleinkram
die Wechseljahresprobleme meiner Frau sind realer
als irgendwelche Börsennachrichten
die ich eh nie verstehen werde
und auch nicht verstehen will

Eigentlich bin ich Optimist
und Kämpfer
und zuversichtlich
Heute war scheiß Wetter

Dann entstehen auch solche Gedichte




Sonntag, 3. Februar 2013

eBooks, neue Musik, neue Filme, drei Musketiere bei Acheron und überhAupt



So.

Die ersten drei eBooks sind bei amazon eingestellt.
„Ausgehöhlt“ (Roman), „Mein Mittelfinger dem Krebs“ (Gedichte) und „Versuch: Die Liebe“ (ein überlanges Gedicht) kann man sich jetzt dort runterladen.
Ich habe lange gezögert, bevor ich da eingestiegen bin.
Ich vertraue amazon nicht.
Mag nicht, dass dort zum Beispiel auch rechtsradikale Scheiße veröffentlicht wird. Mag nicht, dass gerade im eBook Markt jeder Scheiß und alles ohne Lektorat veröffentlicht werden kann.
Mag nicht, dass die kleinen Buchhandlungen durch amazon (und große Ketten wie die Mayersche oder so…) platt gemacht werden.
All das mag ich nicht. Und bin jetzt doch dabei.

Die Begründungen sind einfach:
Erstens bin ich faul und das geht so verdammt einfach und schnell über Kindle, da konnte ich mit n paar Klicks meine Bücher veröffentlichen.
Zweitens waren die halt als gedruckte Printausgaben nicht mehr auf dem Markt. Und durch die Auflösung der edition PaperONE hatte ich keinen Verlag mehr dafür. Und überzeuge mal einen anderen Verlag, Bücher zu veröffentlichen, die es schon mal gedruckt gab!
Schwierig (und ich kam und komme mir auch doof dabei vor…)!
Drittens will jeder Schreiberling gelesen werden.
Und bei amazon habe ich ein Medium, wo jeder die Chance hat, mich neben meinen Blog auch intensiver zu lesen.
Das ist eigentlich alles dazu.
Mal abwarten, ob es was bringt.

eBooks sind scheiße.
Genau wie mp3.
Genau wie Computer und Internet und all das.
Ich darf das sagen – ich werde Ende des Jahres Fünfzig.

Aber es nutzt gar nichts, in Nostalgie zu versinken und alle neuen Entwicklungen zu verteufeln.
Das Internet zum Beispiel verändert unsere Gesellschaft extrem. Und nicht nur negativ.
Und wenn auch als völlig unbedarfter und amateurhafter User – ich kann mich dem nicht entziehen. Und mag es auch teilweise.
Ich lade mir Musik runter und genieße es, sie direkt zu hören. Und die Menge an Musik, die auf meinen Festplatten ist, könnte ich unmöglich als Vinyl sammeln.
Und hätte ich eine mechanische Schreibmaschine würden alle Verleger bei den Manuskripten durchdrehen und meine Frau hätte bestimmt schon die Scheidung eingereicht, wenn ich nachts immer so einen Lärm veranstalten würde.
Ganz zu schweigen, von meiner Handschrift…
Ich scheiße jetzt mal auf Nostalgie:
Ich lebe im 21. Jahrhundert.
Und einige Sachen gehören einfach dazu.
Vielleicht demnächst auch eBooks (Glaubt es mir, ich bin gerade umgezogen: Büchertransporte sind anstrengend und nervig!).


Wesentlich mehr Mühe – ich gestehe – als bei den eBooks habe ich mir bei meinem neuen Gedichtband gemacht.
Und habe einen Verleger, der genauso enthusiastisch wie ich dahinter steht.
„Extraball“ erscheint in ca. einem Monat beim Acheron-Verlag in Leipzig und ich kann es kaum erwarten und freue mich wie Bolle.
Alles weitere dazu demnächst. Ihr könnt bei mir vorbestellen, sobald ich den Preis weiß.

Und ich werde mich auch wieder um Lesungen kümmern, da haben mich der Umzug und vor allem die dämliche Reha ziemlich aus meinen Plan gebracht und zurückgeworfen.
Vielleicht sehen wir uns ja mal…


„Wonderful, Glorious“ von Eels wächst. Beim ersten Hören fand ich es gut, mittlerweile finde ich es nach zigmal hören ziemlich klasse. Ein Qualitätsmerkmal für eine CD…
Ähnlich ergeht es mir bei „Magma“ von „Selig“. Beim ersten Mal fand ich es nett. Zu nett. Plewkas Stimme erschien mir glatt gebügelt und ich war etwas enttäuscht. Aber das Album wächst. Mittlerweile (drei Mal hören) finde ich es gut und ich ertappe mich, wie die Songs sich in meinem Gehirn festsetzen.
„New Order“ haben da momentan keine Chance. Ich glaube, das neue Album ist gut. Aber ich bin nicht in Stimmung dafür. Sorry. Manchmal ist das so. Ich kann nichts Negatives drüber schreiben. Aber es berührt mich eben nicht.
Und ich erwarte sehnsüchtig die neuen Alben von Nick Cave, David Bowie und Depeche Mode. Und alle drei haben mit ihren Vorausauskoppelungen meine Sehnsucht und Neugier noch verstärkt.
Und Steven Wilson bringt auch ein neues Soloalbum raus, aber Porcupine Tree finde ich schon lange nicht mehr so gut, wie vor zehn Jahren.
Soviel dazu. Und das ist verdammt viel für einen Jahresanfang.


Blöderweise (alles kostet eben und wer hat schon…) habe ich auch eine Kinoliste.
Der Hobbit – beim Herrn der Ringe habe ich mir jeden neuen Teil sofort angesehen, auch auf den Hobbit bin ich scharf, befürchte aber, enttäuscht zu werden und zögere den Kinobesuch hinaus.
Django Unchained – Tarrantino. Mit allen Vor- und Nachteilen seiner Filme. Ich kann nicht anders, ich muss sie alle sehen und bin meistens angetan.
Gestern also Django. Nette Unterhaltung, genug übertrieben spritzendes rotes Blut, brechende und interessante Musik, Waltz in Höchstform, aber mindestens 40 Minuten zu lang.
Muss man sich den fünften Teil der Bruce Willis – Reihe – Die Hard angucken? Ich glaube, ich warte bis ich ihn irgendwann Weihnachten im Fernsehen sehe.
Silver Linings stand gar nicht auf meiner Liste. Eher durch Zufall bin ich mit meiner Frau und unserer Trauzeugin darin gelandet. Und war angetan. Super Film! Nicht auf meiner Bestenliste, aber klasse! Kann ich nur weiter empfehlen.
Hänsel und Gretel scheint guter Trash zu werden.
Lonesome Rider (heißt der so?) mit Johnny Depp und dem Produktionsteam der Fluch der Karibik-Filme ist vielleicht witzige Unterhaltung. Wer weiß…
Vergiss mein nicht scheint eine interessante und sehenswerte Perspektive über Demenzerkrankungen zu bieten. Ich weiß nicht, on ich mir das im Kino antuen muss…
Wenn ich es schaffe, die Hälfte der Filme zu sehen, dann bin ich zufrieden.
Man muss nicht alles mitnehmen.


Der Acheron-Verlag und die Drei Musketiere:
Rodrigo Riedrich vom Acheron-Verlag aus Leipzig probiert mal wieder etwas Neues.
Und setzt auf Einzelpublikationen schwergewichtiger Dichter.
Nach dem tollen Debut von Arnd Dünnebacke habe ich die Ehre dort zu erscheinen. Und freue mich tierisch auf kommende Veröffentlichungen von Ron Hard.
Arnd, Ron und ich:
Vielleicht sind wir ja wirklich die Drei Musketiere der Underground-Lyrik.
Keine Ahnung.
Wir sind auf jeden Fall authentisch.
Und wir rocken.
Und ich träume immer noch von gemeinsamen Lesungen.


Wenig persönliches heute.
Obwohl – irgendwie ist das alles persönlich.
Ich habe mich nach der Reha erholt, mit zwei Kilo Gewichtzunahme beinahe meinen Standard wieder erreicht und am Compi einiges geschnallt.
Wenn die eBooks endgültig stehen und der Extraball läuft kann ich alle Dateien in „Erledigt“ verschieben und was Neues anfangen.
Ich habe momentan ne reine Fiktion im Kopf.
Einen Roman im Stil von Tom Robbins. Ich bin gespannt, ob ich das kann.
Und mein versprochenes Kinderbuch steht immer noch an. Und so was ist verdammt schwierig!
Und Lesungen – okay, mittlerweile bin ich wieder bereit dafür. Kennt ihr Adressen? Empfehlt mich weiter. Ich selber werde mich demnächst natürlich auch kümmern.
Sehen wir uns dann?


2013 beginnt für mich ab Februar.
Und ich trete das Gaspedal voll durch und erreiche Höchstgeschwindigkeit.
Allerdings nur in einem kleinen japanischen Kackfass (ich bin und war Mercedes-Fan, ich gestehe).
Morgen wird es warm werden:
Zumindest das Kontrastmittel beim CT erzeugt Wärme in meinem Körper.
Das Krankenhaus wird mich wieder einmal frösteln lassen. Das ist halt so.
Aber (I hope so) nach Morgen habe ich dann auch Arzttermine größtenteils abgehakt.
Und kann auf den Frühling warten.
Und weiter durchstarten.

Drückt mir die Daumen.
Ich Euch sowieso.

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