Koalitionsgipfel:
Die Abschaffung der Praxisgebühr – längst überfällig. Und
Rösler wird deshalb trotzdem nicht glaubwürdiger oder sozial.
Der Rest ist Kleinkram (2% der Rentner profitieren minimal)
oder einfach nur Blödsinn (Betreuungsgeld).
Gibt es jemanden, der wirklich glaubt, dass damit den
Geringverdienern in D-land geholfen wird?
USA:
Natürlich Obama. Auch wenn der in seiner ersten Amtszeit nur
enttäuscht hat. Oder aber das wahre amerikanische Gesicht zeigte: die
Machtlosigkeit der Politiker gegen die Interessen der Wirtschaft.
Und die Dummheit der Amis.
Und damit ist es eigentlich auch egal, wer die nächste
Marionette wird.
Ansonsten singe ich seit Tagen „Sandy“ von Springsteen. Ein
Ohrwurm, ein Liebeslied. Ich denke dabei hauptsächlich an das Leid, dass der
Wirbelsturm auf Haiti und Kuba gebracht hat…
amazon:
Noch weiß ich nicht genau, aber die Tendenz geht in die
Richtung, meinen Roman „Ausgehöhlt“ über amazon und Kindle als e-Book zu
verticken.
Verkaufe ich mich damit dem Feind?
Verrate ich meine Ideale?
Ich finde eigentlich, Bücher müssen gedruckt sein.
Auf Papier, mit Einband, umblättern und so.
Aber ein Autor will gelesen werden. Und schreiben. Und
dieser Roman ist mir wichtig.
Welcher Verlag veröffentlicht noch ein Buch, das es schon bei
einem anderen Verlag gab?
Noch habe ich einige Restexemplare. Die verkaufe ich bei
Lesungen und falls jemand bestellt. Aber es geht dem Ende entgegen. Und ich
will, dass weitere Menschen meinen Kram lesen können. Es ist mit Herzblut
geschrieben.
Das e-Book ist und wird nicht mein Teil sein.
Aber genauso habe ich vor dreißig Jahren über Computer
geschimpft. Und die Entwicklung total lange verpennt, bevor ich mir auch so ein
Teil angeschafft habe.
Ich habe irgendwie keinen Bock, Klinken zu putzen und lange
auf eine Wiederveröffentlichung zu warten. Kindle ist da also die einfachste
und bequemste Lösung, um den Roman wenigstens als e-Book anzubieten.
Keine Ahnung.
Noch schrecke ich davor zurück.
Irgendwelche Tipps für mich?
Zustandsmeldung:
Ein Fragment, wahrscheinlich wird es nie ein Gedicht werden:
Mir tun alle Knochen
weh
obwohl ich weiß
dass das eher die
Muskeln und Gelenke
oder noch genauer
Nerven oder irgendwelche chemischen Prozesse
in meinem Körper sind
Man nennt das
Alter
(ich bin noch U50,
aber man sagt, dass
Krebs den Alterungsprozess beschleunigt)
oder
schlechte Konstitution
oder
postkarzinomes
Belastungsdefizit
In meiner
Krankenpflegerzeit benutzte ich offiziell den Begriff
„verschlechterter
Allgemeinzustand“
was hieß
das ich mir Sorgen um
meine Patienten machte
und ansonsten keine
Ahnung hatte
Is mir eigentlich
scheißegal:
Ich kann nicht mehr so
wie ich will
Und finde das zum
Kotzen
Meine Frau und ich
renovieren eine Wohnung
und bereiten unseren
Umzug vor
Es sollte Spaß machen
– es macht Spaß
aber unsere Knochen
(s.o.) spielen nicht mit
Auf der Leiter und bei
Über-Kopf-Arbeiten
bin ich nicht zu
gebrauchen
Tragen und Schleppen
ist nicht mehr mein Ding
Ich brauche lange
Pausen
und genieße ein
riesiges Zeitfenster
und jetzt kommt noch
eine doofe Erkältung dazu
„Ich bin komplett im
Arsch“
von Feine Sahne
Fischfilet ist mein momentaner Soundtrack
Kein Wunder
dass da textlich nur
Scheiße entsteht
Ja. So sieht es aus.
Arnd Dünnebacke - Glück ist ein brennendes Flugzeug:
Es gibt Bücher, die liest man durch und fängt sie sofort von
vorne an.
„Glück ist ein brennendes Flugzeug“ gehört zu diesen Perlen.
Die Sprache ist deutlich und verzichtet auf gekitschte
Bilder. Die Poesie entsteht aus den Situationen und aus den Verknüpfungen des Alltäglichen
mit dem Herzlichen. Oder so. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll.
Dünnebacke liebt und fühlt. Er säuft, er kifft, er hat
gefixt und er schreibt ehrlich und authentisch über seine Erlebnisse und
Empfindungen. Das ist nicht immer leicht verdaulich aber es ist tiefgehend und
stark.
Ich habe das Glück Arnd persönlich zu kennen und eine Art
Freundschaft mit diesem Dichter zu führen. Ich weiß, dass er das nicht mag,
trotzdem: für mich ist er ein Romantiker und besonders stark in seinen romantischen
Momenten und seinen Liebesgedichten.
Was kann ich schreiben?
Ich habe „Glück ist ein brennendes Flugzeug“ durchgelesen,
war angetan und habe es direkt nochmal gelesen. Und werde immer wieder Gedichte
daraus lesen.
Ein Buch, das mich begleiten wird. Kann ich ein größeres Lob
aussprechen?
Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass unsere Hündin uns
Sonne beschert? Habe ich schon erwähnt, wie sehr ich meine Frau liebe? Habe ich
schon erwähnt, dass der Rock noch immer meinen Herzschlag bestimmt?
Ich glaube, ich quengele in letzter Zeit zu viel.
Dabei bleibt dieses Leben einfach einzigartig.
Weil: Das ist es einfach.
In diesem Sinne. Gute Nacht.